Gasstreit

VNG und E.ON Ruhrgas bieten neue Verträge an / Kartellamt skeptisch

Im Gasstreit um die umstrittenen Langfrist-Verträge mit den Stadtwerken zeigt der Druck des Bundeskartellamts nun offenbar doch Wirkung. Sowohl die Leipziger Verbundnetz Gas AG (VNG) als auch die Essener E.ON Ruhrgas AG kündigten neue Liefervertragsmodelle an.

Stromtarife© Andre Bonn / Fotolia.com

Berlin/Bonn (ddp/sm) - Der Vorstandschef des Leipziger Ferngashändlers VNG, Ewald Holst, sagte der "Berliner Zeitung" , sein Unternehmen werde den Weiterverteilern nunmehr freiwillig "auf der Grundlage eines wettbewerbskonformen Modells" neue Lieferverträge anbieten.

Auch der Chef der E.ON-Tochter Ruhrgas, Burkhard Bergmann, kündigte an, dass Ruhrgas seinen langfristig gebundenen Kunden jetzt freiwillig Übergangslösungen zu einem vorzeitigen Ausstieg aus den Verträgen anbieten werde. Keineswegs hinnehmbar sei aber der Angriff des Kartellamtes auf alle Alt-Lieferverträge der Ruhrgas sowie die im Neugeschäft vorgesehene Einschränkung der Vertragsfreiheit der Unternehmen. Daher werde die Ruhrgas gegen die von Kartellamtschef Ulf Böge gegen sie angekündigte Verfügung zum Sofort-Verbot langfristiger Gas-Lieferverträge klagen, sagte Bergmann. Er bezweifele zudem, dass die Kartellamtsstrategie der Mengenbeschränkung bei Neuverträgen, wonach Stadtwerke nur noch einen Teil ihres Bedarfs bei einem einzigen Ferngasunternehmen decken dürfen, tatsächlich zu niedrigeren Gaspreisen führe.

Das Bundeskartellamt zeigt sich unbeeindruckt von dem Entgegenkommen der Versorger. "Das ist für uns nichts Neues", sagte der Sprecher der Behörde, Andreas Polk, in Bonn auf ddp-Anfrage. Zudem seien die Ankündigungen einiger Ferngasunternehmen "völlig unspezifiziert" und in den Vorschlägen sei "wenig drin".

Die Behörde halte an ihrem Vorhaben fest, gerichtlich gegen die langfristigen Lieferverträge vorzugehen. Das Verfahren werde "einige Wochen" dauern, sagte der Sprecher. Die Behörde sieht in den zum Teil bis zu 25 Jahre laufenden Kontrakten ein wesentliches Hindernis für den Wettbewerb auf dem deutschen Gasmarkt und damit auch für günstigere Preise.

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