VKU zeigt Wettbewerbsverstoß von Yello beim Bundeskartellamt an

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Der Verband kommunaler Unternehmen (VKU) sieht den Stromverkauf zu einem bundeseinheitlichen Preis von 19 Pfennig pro Kilowattstunde und 19 DM monatlicher Grundgebühr durch die Kölner Yello Strom GmbH als Verkauf unter Einstandspreis an. Dies stellt nach Auffassung des VKU einen Verstoß gegen das Wettbewerbsrecht dar. Deshalb hat die Vereinigung das Vorgehen von Yello dem Bundeskartellamt zu einer Überprüfung gemeldet.


Mit dem Verkauf unter Einstandspreis nutze Yello nach Ansicht des VKU die überlegene Marktmacht des Mutterunternehmens EnBW AG aus, um kleinere und mittlere Wettbewerber zu behindern. Yello versuche, diese damit vom Markt zu drängen. Der VKU ist überzeugt, dass der Yello-Strompreis in sämtlichen praxisrelevanten Abnahmefällen nicht ausreiche, um auch nur die Kosten zu decken. Als Beispiel für seine Behauptung nennt der VKU die Stadtwerke Schneeberg, unter Berufung auf das sächsische Ministerium für Wirtschaft und Arbeit sei das der zweitgünstige Stromversorger im Freistaat Sachsen. Bereits ab einer Abnahmemenge von 4200 Kilowattstunden jährlich reiche der Yello-Preis nicht mehr aus, um nur die fixen Kosten für die Netznutzungsentgelte einschließlich Konzessionsabgabe, Ökosteuer und den Mehrbelastungen aus EEG und KWKG abzudecken. Bei einer jährlichen Abnahmemenge zwischen 2400 und 3600 Kilowattstunden verblieben für die Strombeschaffung nur Beträge von 0,35 bis 2 Pfennig einschließlich Mehrwertsteuer - ein Preis, für den nach Angaben des VKU, kein Strom europaweit zu haben ist.


Sollte das Bundeskartellamt Yello eine vorsätzliche oder fahrlässige Verletzung der Wettbewerbsvorschriften nachweisen, können die Wettbewerber Schadensersatz geltend machen.