In Mannheim

VKU-Verbandstagung: Stadtwerke selbstbewusst im Wettbewerb

Auf ihrem Verbandstag haben sich die 1000 im VKU organisierten regionalen Energieversorger heute in Mannheim für eine "normative" Regulierung ausgesprochen. Durch die Regulierungspraxis müsse die Sicherheit der Netze gewährleistet und auch zukünftig ausreichende Investitionen in die Netzinfrastruktur und den Netzausbau ermöglicht werden.

Netzausbau© Thomas Aumann / Fotolia.com

Die nahezu 1000 im Verband kommunaler Unternehmen (VKU) organisierten Stadtwerke in Deutschland sehen sich in den nächsten Monaten nicht nur durch Vorhaben der nationalen Politik, sondern auch durch Pläne der EU vor erhebliche Herausforderungen gestellt: "Das bereits vom EU-Parlament verabschiedete Unbundling, also die Aufsplitterung der Querverbundunternehmen in mehrere Einheiten, eine drohende Zwangsausschreibung öffentlicher Dienstleistungen und die Pläne zur Liberalisierung der Trinkwasserversorgung können zu einer nachhaltigen Veränderung der Stadtwerkelandschaft führen", erklärte VKU-Präsident Gerhard Widder bei heutigen Verbandstagung in Mannheim.

"Und von Europa kommt auch die für den 1. Juli 2004 anstehende Regulierung der Strom- und Gasmärkte", so Widder. Die hierfür notwendige Novellierung des Energiewirtschaftsgesetzes müsse allen Marktakteuren in erster Linie Rechtssicherheit vermitteln. Deshalb trete der VKU für eine normative Regulierung ein, wobei die Regeln des Netzzugangs für Strom und Gas sowie die Berechnungsmethoden der Netzentgelte durch Gesetz- und Verordnungsgeber festgelegt werden sollten, Vollzug und Überwachung dieser Regeln den Regulierungsbehörden obliege. Durch die Regulierungspraxis müsse die Sicherheit der Netze gewährleistet und auch zukünftig ausreichende Investitionen in die Netzinfrastruktur und den Netzausbau ermöglicht werden.

Die kommunalen Ver- und Entsorgungsunternehmen hätten sich im Wettbewerb gut behaupten können, so Widder weiter. Sie seien nach wie vor ein bedeutender Wirtschaftsfaktor in der Region. Auch wenn es bei vielen Stadtwerken bereits private Anteilseigner gebe, so sei der Trend zu horizontalen Kooperationen ungebrochen: In knapp 50 Zusammenschlüssen hätten sich bereits mehrere Hundert Stadtwerke z.B. zum gemeinsamen Stromeinkauf, Handel oder Vertrieb entschlossen.

Nach der Verbandstagung wird der VKU zukünftig die Interessen von über 1400 kommunalen Unternehmen wahrnehmen. Mit Beschluss der Mitgliederversammlung werde nämlich der Verband Kommunale Abfallwirtschaft und Stadtreinigung (VKS) unter das Dach des VKU kommen. Der traditionsreiche, über 90 Jahre alte VKS bringe etwa 400 kommunale Unternehmen und Regiebetriebe in den VKU ein und erweitere damit dessen Kompetenz und Aufgabenbereich um die so gewichtige Sparte der Abfallwirtschaft.