VKU: Strikte Trennung von Netznutzung und Stromlieferung dient dem Verbraucher

Netzausbau© Thomas Aumann / Fotolia.com
Gestern überraschte der Stromkonzern RWE Plus mit der Ankündigung, gegen die erzwungene Trennung von Stromlieferung und Netznutzung gerichtlich vorzugehen. Man müsse Kundenwünsche respektieren und Kunden zwischen verschiedenen Angeboten und Vertragsgestaltungen wählen lassen, hieß es in der Presseerklärung (die ganze Nachricht lesen Sie hier). Heute reagierte der Verband kommunaler Unternehmen (VKU) mit klaren Worten: "Mit der Weigerung von RWE Plus, Stromlieferung und Netznutzung vertraglich getrennt voneinander zu regeln, droht die Verbändevereinbarung Strom zu kippen. Dies ist nicht im Interesse des Wettbewerbs und nicht im Interesse des Verbrauchers," erklärte Oberbürgermeister Gerhard Widder, VKU-Präsident, dazu.


Seiner Ansicht nach, habe auch das Bundeskartellamt in den Auflagen zur Fusion von RWE und VEW die Auffassung vertreten, dass mit der Trennung von Netznutzung und Stromlieferung Transparenz entstehe und die Voraussetzungen für den Wettbewerb damit verbessert würden. Für ihn liegen die Vorteile klar auf der Hand: Mit der Zahlung des Netznutzungsentgeltes sichere sich der Kunde den Zugang zum gesamten deutschen Stromnetz über alle Spannungsstufen hinweg, unabhängig von welchem Lieferanten er zurzeit seinen Strom beziehe. Ein Lieferantenwechsel sei dadurch problemlos möglich, begründete Widder seine Auffassung.


Er ist sich sicher, dass die in der Verbändevereinbarung vorgesehene Regelung völlig unproblematisch und ohne bürokratischen Mehraufwand in die Praxis umzusetzen sei. Der Kunde schließe einmalig mit dem Netzbetreiber einen Netznutzungsvertrag. Dazu könne er auch seinem Energielieferanten eine Vollmacht erteilen. Der Kunde müsse auch nicht notwendig zwei Rechnungen erhalten, wenn sich Netzbetreiber und Stromlieferant auf ein Inkassomodell einigen würden, so wie es im Telekommunikationsbereich üblich sei.


Widder will sich um eine Verständigung mit RWE Plus bemühen, "um die Fortschritte, die die Verbändevereinbarung Strom im Sinne eines verstärkten Wettbewerbs gebracht hat, nicht zu gefährden". Denn ansonsten würde ein Scheitern dieser Bemühungen unweigerlich zu einer staatlichen Regulierung führen.