Regulierungspraxis

VKU: Sinkende Netzentgelte schaden langfristig dem Verbraucher

Die Bundesnetzagentur will die Netzentgelte der kommunalen Verteilnetzbetreiber nochmals in erheblichem Umfang senken. Der Verband kommunaler Unternehmen (VKU) warnt jedoch vor einer wirtschaftlichen Überforderung der Stadtwerke, was auch negative Folgen für die Verbraucher hätte.

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Berlin (red) - "Dem Verbraucher wird die Senkung der Netzentgelte als kostendämpfende Maßnahme und damit als Gewinn verkauft", kritisierte VKU-Präsident Stephan Weil die derzeitige Regulierungspraxis. "Langfristig verliert er aber, wenn die Stadtwerke als Wettbewerber aus dem Markt gedrängt werden."

Er warnte vor einem Bumerangeffekt der Regulierung. Wenn die Netzbetreiber keine angemessene Rendite mehr erwirtschaften könnten, würde auch nicht mehr in die Netze investiert, was nachhaltige Folgen für die Versorgungssicherheit hätte. 2007 waren den Netzbetreibern bereits durchschnittlich 15 Prozent ihrer Kosten nicht anerkannt worden. 2008 könnten die Kürzungen nach Einschätzung des VKU ein ähnliches Ausmaß erreichen.

Im Hinblick auf die 2009 beginnende Anreizregulierung bekräftigte der VKU-Präsident die Forderung des Verbandes, möglichst rasch eine qualifizierte Untersuchung über die wirtschaftlichen Auswirkungen der Anreizregulierung in Auftrag zu geben. Die Wirtschaftsministerkonferenz der Länder hatte dies auf ihrer Sitzung im November letzten Jahres unterstützt.