Kritik

VKU lehnt Vorschlag der Netzagentur zum Eigenkapitalzinssatz ab

Auf scharfe Kritik stieß der Vorschlag der Bundesnetzagentur zur Festsetzung der Eigenkapitalzinssätze für Strom- und Gasnetzbetreiber beim Verband kommunaler Unternehmen (VKU). Der Vorschlag sei "nicht akzeptabel", der Zinssatz nicht ausreichend.

Netzausbau© Thomas Aumann / Fotolia.com

Köln (red) - "Der vorgeschlagene Eigenkapitalzinssatz von 7,82 Prozent reicht definitiv nicht aus, um die notwendigen Investitionen in den Erhalt und den Ausbau der Netze sicherzustellen", so VKU-Hauptgeschäftsführer Hans-Joachim Reck. "Die Bundesnetzagentur unterschätzt die unternehmerischen Risiken der Verteilnetzbetreiber", meinte Reck nach einer ersten Analyse des Festlegungsentwurfs.

Im internationalen Vergleich lägen die derzeit geltenden Zinssätze für Strom- und Gasnetze bereits am unteren Ende der Skala. Eine weitere Absenkung der Netzrenditen sei für die kommunalen Netzbetreiber "nicht hinnehmbar". Auch die Aussage der Regulierungsbehörde, dass Strom- und Gasnetze denselben Risiken unterliegen, wies der VKU-Hauptgeschäftsführer zurück: "Auch Herr Kurth kann sich den Bewertungen der internationalen Kapitalmärkte nicht entziehen." Aufgrund der Konkurrenz mit anderen Heizenergien wie Öl oder Flüssiggas würden die Anschluss- und Auslastungsrisiken der Gasnetzbetreiber allgemein höher bewertet als die der Stromnetzbetreiber.

Der VKU hat das Beratungsunternehmen KEMA Consulting mit der Berechnung angemessener Eigenkapitalzinssätze beauftragt. Die Empfehlungen von KEMA liegen bei 12,45 Prozent für Strom- und 13,19 Prozent für Gasnetze. Bei der Ermittlung dieser Werte hätten die Berater die gleiche kapitalmarktbasierte Bewertungsmethode angewandt wie die Bundesnetzagentur. Der VKU sieht daher noch großen Diskussionsbedarf, was Höhe und Plausibilität der von der Regulierungsbehörde vorgeschlagenen Eigenkapitalzinssätze betrifft.