VKU-Landesgruppen fordern langfristige Perspektive für ökologische Modernisierung der Energiewirtschaft

Stromnetz Ausbau© Gina Sanders / Fotolia.com
Die Vorsitzenden der VKU-Landesgruppen in den neuen Bundesländern fordern eine langfristige Perspektive für die ökologische Modernisierung der Energiewirtschaft, die in den neuen Bundesländern im letzten Jahrzehnt durchgeführt wurde. Die kommunalen Versorgungsunternehmen Ostdeutschlands betreiben heute Kraft-Wärme-Kopplungsanlagen mit einer Gesamtleistung von etwa 1900 Megawatt. Etwa 25 Prozent der Wohnungen in den neuen Ländern werden mit der umweltfreundlichen Fernwärme beheizt.


Die regionalen Versorgern befürchten eine Bedrohung dieser ökologischen Strukturen der Versorgungswirtschaft durch die andauernden Niedrigstpreise am Strommarkt. Ursache dieses Preisverfalls seien die massiven Überkapazitäten, die 1999 etwa 20 Prozent betragen hätten. Deshalb halten es die VKU-Landesgruppenvorsitzenden aus umwelt- und klimapolitischen Gründen für unbedingt erforderlich, der ökologisch effizienten Kraft-Wärme-Kopplung (KWK) eine langfristige Perspektive zu geben. Dies könne das derzeitige KWK-Gesetz wegen seiner befristeten und degressiven Vergütungssätze nicht leisten. Ein KWK-Zertifikatshandel für Strom biete aber eine solche Perspektive, da er eine transparente und marktkonforme Vergütung der zusätzlichen Umweltdienstleistung von KWK-Anlagen, der gekoppelten Erzeugung von Strom und Wärme, ermögliche.


Gleichzeitig weisen die VKU-Landesgruppenvorsitzenden Angriffe der Verbundunternehmen auf die ökologische Effizienztechnik KWK zurück. Ein KWK-Zertifikatshandel sei marktkonform und stelle keine Regulierung des Strommarktes dar, da die Vergütung der Umweltdienstleistung auf einem zweiten Markt, dem Zertifikatshandel, erfolge. Er setze am entscheidenden Problem, dem Stromabsatz, an, der aufgrund des Strompreisverfalls in Frage stehe. Im Gegensatz zu staatlich finanzierten Lösungen sei der Zertifikatshandel EU-konform. Das zeige auch die Haltung der EU-Kommission zu vergleichbaren Regelungen in anderen Ländern, wie z.B. in Dänemark. Die Höhe der Entlohnung für die Umweltdienstleistung werde fair und transparent am Markt ausgehandelt und nicht in einem undurchsichtigen und bürokratischen Verfahren bestimmt.