The winner is...

VKU gibt Gewinner des Journalistenpreises bekannt

Die Jury hat entschieden: Die Preisträger des Deutschen Journalistenpreises des Verband kommunaler Unternehmen (VKU) arbeiten für die "Abendzeitung" in München, Bayern 2 Radio, Radio Bremen/N3 und die taz in Berlin.

Strompreise© Gina Sanders / Fotolia.com

Der Verband kommunaler Unternehmen e.V. (VKU, Köln), der mehr als 950 Stadtwerke vertritt, hat kürzlich den mit insgesamt 20 000 Mark dotierten Deutschen Journalistenpreis in den Kategorien Print, Hörfunk und TV sowie in einer Nachwuchswertung vergeben. Die aus Medien und Wirtschaft besetzte Jury zeichnete unter Mitwirkung des Deutschen Journalisten-Verbandes (DJV) Berichte, Reportagen und Features von besonderer journalistischer Qualität aus, in denen die kommunalen Versorgungs- und Entsorgungsunternehmen mit ihren vielfältigen Aufgaben für die Städte und Regionen thematisiert werden.

Für seinen Beitrag "Kostbares Nass frisch aus dem Mangfalltal", der in der Münchner "Abendzeitung" erschienen ist, bekam Hartmut Netz von VKU-Präsident Gerhard Widder den ersten Preis in der Kategorie Printmedien überreicht. Hartmut Netz, freier Mitarbeiter der Lokalredaktion der "Abendzeitung", greift in dem ausgezeichneten Beitrag das aktuelle Thema Liberalisierung des Wassermarktes engagiert und sachkundig auf, heißt es in der Begründung der Jury. In seiner Reportage mache er die Probleme der Wasserversorgung allgemeinverständlich und führe den Leser an die Konflikte einer Öffnung der Wassermärkte heran. Geschickt verknüpfe er dabei die ökologischen und ökonomischen Aspekte. "Ein anschauliches Plädoyer gegen Geschäfte mit der Wasserqualität", so das Fazit der Juroren.

Der erste Preis in der Kategorie Hörfunk ging an Bettina Weiz von Bayern 2 Radio, München. Auch Bettina Weiz, freie Mitarbeiterin im Ressort "Familie", gelingt in "Mein Wasser. Dein Wasser?" eine spannende Inszenierung der Auseinandersetzung mit der geplanten Öffnung des Wassermarktes für den Wettbewerb, urteilte die Jury. Trotz fachlicher Auffächerung schaffe sie es, die Spannung über die lange Distanz eines Features aufrecht zu erhalten. Dramaturgisch gekonnt, wechsele sie zwischen allen Formen des Hörfunks, dem Interview, dem Gespräch, Zitaten und Reportagen. "Mit der regionalen Verankerung ihrer Thematik und der leicht zugänglichen Art der Darstellung eines komplexen Sachverhaltes wird sie in besonderer Weise dem Journalistenpreis gerecht", befand die Jury.

In der Kategorie Fernsehen setzte sich Dirk Blumenthal von Radio Bremen/N3 von den anderen Teilnehmern ab. Dirk Blumenthal, Fernsehreporter für "Buten un Binnen" auf N3, holt in seiner kurzweiligen Reportage "Silvester-Saubermacher" eine Leistung ans Licht, die alle genießen, aber keiner wirklich kennt, befand die Jury. Geschickt sei die Wahl der Silvesternacht als Aufhänger seiner Geschichte, geschickt auch die Wahl des Wettlaufes gegen die Zeit als dramaturgisches Mittel, als Spannungselement. Jury-Vorsitzender Beinhauer befand: "Bild, Musik und Text eine gelungene Komposition, sprachlich ein Genuss."

Den Sonderpreis teilen sich Katharina Born von der Berliner taz und und Jan Rimpl von Radio Bremen/N3. Den Sonderpreis für Journalisten, die nicht älter als 35 Jahre sind, teilte die Jury auf, weil ihr zwei Einreichungen aus verschiedenen journalistischen Sparten gleichwertig erschienen. Katharina Born, freie Mitarbeiterin im Reportage-Ressort der taz hat mit ihrer Geschichte "Am Ende bleibt ein Echo" eine außergewöhnliche Reportage geschrieben, teilte die die Jury mit. Sie lässt den Leser mit dabei sein, als eine Wohnung aufgelöst und ein Entrümpelungsdienst aktiv wird. Bei aller Sachlichkeit der Schilderung einer neuen Dienstleistung vermittele sie durch den ständigen Wechsel der Perspektiven eindrucksvoll die unterschiedliche Betroffenheit. Denn was für die einen nur Müll ist, ist für andere der Überrest eines Lebens. Die Jury war sich einig: "Ein fast schon literarisches Werk." Die Reportage "Die Mülldeponie" von Jan Rimpl, der wie Blumenthal als Fernsehautor für "Buten un Binnen" arbeitet, ist im Urteil der Juroren "ein ästhetisches und informatives Meisterwerk". Unter Nutzung aller sprachlichen und bildlichen Mittel entstand eine faszinierende und dabei stark bildende Müllgeschichte – erzählt auf einer Deponie.