Einpreisung

VIK: Zehn Milliarden Euro Zusatzgewinne für Strombranche

Das System des Emissionshandels wird auch bei sinkenden Zertifikatspreisen zu ungerechtfertigten Zusatzgewinnen der Stromwirtschaft führen. So lautet die aktuelle Kritik des VIK, der das größte Problem in der Einpreisung der kostenlos zugeteilten Zertifikate in den Strompreis sieht.

Netzausbau Ökostrom© Gina Sanders / Fotolia.com

Essen (red) - Auch nach den deutlichen Preisrückgängen für Kohlendioxid-Zertifikate in den letzten Wochen werden kostenlos zugeteilte Emissionsrechte weiterhin eingepreist und verteuern den Strom ungerechtfertigt, bemängelter der Verband der Industriellen Energie- und Kraftwirtschaft (VIK). Daher sei spätestens mit der deutlich verschärften Kohlendioxid-Politik ab 2008 erneut mit enormen Preissteigerungen zu rechnen.

Bei etwa fünf Milliarden Euro pro Jahr liegen laut VIK die Mitnahmegewinne der Strombranche aus dem Emissionshandel. Dazu käme noch ein Zusatzgewinn der Strombranche von jährlich weiteren fünf Milliarden Euro durch fehlenden Wettbewerb der Stromerzeuger, wie eine Abschätzung des VIK im Rahmen der Kohlendioxid-Strompreisbetrachtung.

Wenn die Politik nicht sofort eingreife, setze sich eine volkswirtschaftlich katastrophale Fehlentwicklung fort. "Die Systematik der Kohlendioxid-Einpreisung in den Strompreis ist in keiner Weise gebrochen, bei wieder steigenden Zertifikatspreisen wird deren Einpreisung den Strompreis weiter nach oben treiben, diesmal sogar mit Vorankündigung durch den Verband der Strombranche", kommentierte VIK-Geschäftsführer Dr. Alfred Richmann.