Standpunkt

VIK: Vorhandene Kraftwerkskapazitäten mobilisieren

Der Bundesverband der Industriellen Energie- und Kraftwirtschaft (VIK) sieht im geplanten Neubau von Kraftwerken kein ausreichendes "Allheilmittel" gegen hohe Strompreise und mangelnden Wettbewerb. Anstatt weitere Jahre bis zur Fertigstellung zu warten, sollten bereits bestehende Ressourcen genutzt werden.

Netzausbau Ökostrom© Gina Sanders / Fotolia.com

Essen (red) - Laut VIK liegen nach einer Untersuchung der EU-Kommission (EU-Energy-Sector-Inquiry 2005/2006) die Stromproduktionskosten von 60 Prozent der deutschen Kraftwerke unter 20 Euro pro Megawattstunde, 80 Prozent immer noch unter 40 Euro pro Megawattstunde. Zum Vergleich: Der aktuelle Strompreis liegt momentan bei 60 Euro pro Megawattstunde. Die Kraftwerke seien also bereits "tüchtige Milchkühe", bemängelt der Verband.

Zudem zeige die EU-Untersuchung, dass es keine Engpässe in der Stromerzeugung gebe, sondern im Gegenteil sogar Überkapazitäten vorhanden seien. Die vorhandene Kraftwerksleistung werde jedoch nur zum Teil angeboten. Hier sei die Politik gefordert, die inaktiven Kraftwerkskapazitäten preiswirksam zu mobilisieren und strategisches Verhalten der Erzeuger zu korrigieren, forderte der Verband abschließend.