Kritik

VIK: Versteigerung von CO2-Zertifikaten treibt Strompreise hoch

Die Pläne der Bundesregierung, CO2-Emissionensrechte zu versteigern, werden die Strompreise hoch treiben, so die Einschätzung des VIK, der Interessenvertretung der energieintensiven Unternehmen. Dies gehe "zu Lasten der Strom- und Energiekunden", meint VIK-Geschäftsführer Dr. Alfred Richmann.

Stromnetz Ausbau© Gina Sanders / Fotolia.com

Berlin (red) - Das ökologische Ziel des Emissionshandels werde, sobald eine limitierte Zahl von CO2-Zertifikaten im Markt ist, automatisch erreicht, ob versteigert oder verschenkt, so der VIK. Eine Versteigerung erhöhe daher unnötigerweise die Kosten des Systems, verbessere aber nicht dessen Zielerreichung.

Eine Versteigerung mache aus fiktiven Opportunitäts­kosten richtige Kosten. Das Bundeskartellamt hätte daher keine Chance mehr, gegen Missbrauch bei der Einpreisung von Opportunitätskosten in die Strompreise vorzugehen. Zudem fürchtet der Verband, dass die Auktionierung die Energiekonzerne erst richtig motivieren könnte, die Auktionspreise auf die Strompreise draufzusatteln und so die Abschöpfung zu kompensieren.

Darüber hinaus würde eine CO2-Versteigerung auch das Interesse neuer Stromanbieter schmälern, sich durch den Bau neuer Kraftwerke im Strommarkt zu engagieren. Letztlich wäre damit das Ziel der Bundesregierung, mehr Wettbewerb im Strommarkt zu schaffen, auf lange Sicht verfehlt, so der Verband abschließend.

Der VIK hat ein 21-Punkte-Papier gegen eine Auktionierung der CO2-Zertifikate verfasst, das auf der Internetseite des Verbandes zum Download bereit steht.