"Paradoxe Situation"

VIK: Trotz Kürzungen steigende Netzentgelte

Der Verband der Industriellen Energie- und Kraftwirtschaft (VIK) verweist darauf, dass es trotz der starken Kostenkürzungen durch die Bundes­netzagentur für industrielle Stromkunden zum Teil zu deutlichen Steigerungen der Netzentgelte komme. Hier seien weitere Maßnahmen erforderlich.

Netzausbau© Günter Menzl / Fotolia.com

Essen (red) – Grund für die Preisanhebungen sei die Tatsache, dass die Bundesnetzagentur lediglich die beantragte Kostensteigerung der Höchstspannungs­netze der Unternehmen gekürzt habe, und nicht etwa das bisherige Netzentgeltniveau, so der VIK.

Der Verband rechnet vor: Ein industrieller Höchstspannungskunde mit 5.000 Benutzungsstunden und einem jährlichen Strombedarf von 350 Millionen Kilowattstunden zahlt beim Netzbetreiber RWE Transportnetz AG zukünftig rund 9,45 Prozent höhere Netzentgelte oder rund 217.000 Euro mehr als im Vorjahr, auch wenn sich in den nachfolgenden Ebenen des RWE Netzes diese Steigerung auf ein im Vergleich mit dem Vorjahr nahezu konstantes Niveau reduzieren – vom Ziel niedrigerer Entgelte sei bei RWE nichts übrig geblieben.

Bei den übrigen Höchstspannungsnetzbetreibern sieht die Entwicklung nach Ansicht des VIK im Ein-Jahresvergleich besser aus: Die genehmigten Höchstspannungsnetzentgelte 2006 liegen unter dem Vorjahresniveau. Aber schon beim Rückblick auf das Vorfeld schwinde dieser Eindruck. Seit 2001 seien die Netzentgelte noch einmal um durchschnittlich 28,5 Prozent gestiegen, auch unter Einbezug der jüngsten Bescheide der Bundesnetzagentur. Die von der Bundesnetzagentur aktuell vorgeschriebenen Senkungen seien also bei weitem nicht ausreichend, um allein diese Steigerungen im Vorfeld der Regulierung wieder "einzufangen", so ein Verbandssprecher.

Der VIK fordert die Bundesnetzagentur auf, bei den ausstehenden Kostengenehmigungen im Mittel- und Niederspannungsbereich für 2006 "außerordentlich deutliche Zeichen für Wettbewerb und Kundenentlastung setzen".

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