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VIK-Strompreisindex: Strompreise gehen rasant nach oben

Der Verband der Industriellen Energie- und Kraftwirtschaft (VIK) registriert für die letzten vier Wochen einen Anstieg seines Strompreisindex für Mittelspannung von acht Prozent. Nach Ansicht des Verbandes gibt es unter Markt- und Wettbewerbsgesichtspunkten für diese Entwicklung keinerlei Begründung.

Stromtarife© Andre Bonn / Fotolia.com

Essen (red) – Der VIK-Index berücksichtigt neben dem Strompreis auch die Netzgebühren. Diese seien auf hohem Niveau gegenüber der Strompreisentwicklung nahezu konstant geblieben und hätten so den Anstieg des Index insgesamt "verlangsamt". Der für den Strompreis von Industrie und Gewerbe richtungsweisende Jahresbaseloadpreis an der Leipziger Strombörse EEX habe sich allein seit Anfang Dezember 2005 von 44,16 Euro pro Megawattstunde auf 54,99 Euro pro Megawattstunde oder um 24,5 Prozent erhöht, so der VIK in einer Mitteilung.

Der Verband sieht unter Markt- und Wettbewerbsgesichtspunkten für diese Entwicklung keinerlei Begründung. Ende 2005 waren die Stromeinkäufe für 2006 abgeschlossen. Nun würden die Stromlieferungen ab 2007 gehandelt. Der Einkaufsdruck sei daher noch niedrig, da die wenigsten Unternehmen derzeit über Lieferungen ab 2007 verhandeln.

Das Engagement des Bundeskartellamtes und der Bundesnetzagentur für wettbewerbsgerechte Strompreise und offene Netze hält der VIK nicht für ausreichend. Bevor Stromvertragsverhandlungen 2006 in großem Stil beginnen, müsse die Politik dringend Lösungen finden, die den Standort Deutschland auch für stromintensive Unternehmen und deren Mitarbeiter erhalten. Spätestens auf dem Energie-Gipfel der Bundeskanzlerin müssten kurzfristige praktikable Lösungen auf den Tisch, fordert der VIK.

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