Enttäuschend

VIK-Stromnetzpreisvergleich 2003: Netzentgelte weiterhin auf hohem Niveau

Die Netznutzungsentgelte im Hochspannungsnetz sind von April 2002 bis April 2003 um 2,48 Prozent von 1,21 auf 1,24 Cent pro Kilowattstunde gestiegen. Im gleichen Zeitraum sanken die Entgelte im Mittel- und Niederspannungsnetz um 3,39 (auf 2,28 Cent pro Kilowattstunde) und 4,64 Prozent (auf 3,88 Cent pro Kilowattstunde). Das geht aus einer aktuellen Untersuchung des VIK) hervor.

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Für die zurückliegenden zwölf Monate zeigt die VIK-Untersuchung eine sehr ungleichmäßige Entwicklung der Netzentgelte. So seien neben Netzbetreibern mit nur geringen Änderungen der Entgelte auch solche mit starken Preissteigerungen oder auch Preisermäßigungen in allen drei Spannungsstufen anzutreffen. So haben z. B. die LEW ihre Hochspannungsentgelte im Mittel um 13,57 Prozent oder die Stadtwerke Düsseldorf um 12,69 Prozent angehoben. Demgegenüber haben die Städtischen Werke Kassel ihre Mittelspannungsentgelte im Durchschnitt um 17,82 Prozent gesenkt. Zudem haben gegenüber der vergangenen Untersuchung einige Netzbetreiber das Verhältnis zwischen Leistungs- und Arbeitspreis verschoben. Im Ergebnis führt dies zu höheren Preisen pro Kilowattstunde bei großen Abnahmemengen und zu höheren Grundpreisen bei kleineren Abnahmemengen. So kann der Durchschnittspreis sinken, im konkreten Einzelfall jedoch zu Preissteigerungen führen.

Für den VIK ist das insgesamt eine enttäuschende Entwicklung, teilte der Verband heute mit, weil er auf eine nennenswerte Absenkung der Preise auf breiter Front gehofft hatte. Nach gemeinsamer Verabschiedung des Kalkulationsleitfadens für die Netzentgelte im April 2002 seien schließlich auch die Netzbetreiber von einheitlich sinkenden Preisen ausgegangen. Der VIK wird dieses ernüchternde Ergebnis gemeinsam mit der nun anstehenden differenzierten Auswertung des Strukturklassenkonzepts der Netznutzung in die weiteren Verhandlungen zur Öffnung des deutschen Strommarktes einbringen.