Unbefriedigendes Untersuchungsergebnis

VIK: Stromnetznutzung bleibt zu teuer

Der Verband der Industriellen Energie- und Kraftwirtschaft (VIK) hat erneut die Netznutzungsentgelte in Deutschland untersucht. Ergebnis: 32 Prozent der Hochspannungsnetzbetreiber, neun Prozent der Mittelspannungsnetzbetreiber und zehn Prozent der Niederspannungsnetzbetreiber verlangen überhöhte Gebühren für die Nutzung ihrer Netze.

Netzausbau© Günter Menzl / Fotolia.com

Bei insgesamt 106 Netzbetreibern besteht der Verdacht, dass sie den Netzkunden überhöhte Netzentgelte in Rechnung stellen. Dazu gehören 32 Prozent der Hochspannungsnetzbetreiber (15 von 47 Unternehmen), neun Prozent der Mittelspannungsnetzbetreiber (42 von 486) und zehn Prozent der Niederspannungsnetzbetreiber (49 von 508). Dies ist nach einer Auswertung des Verband der Industriellen Energie- und Kraftwirtschaft (VIK) das Ergebnis des zweiten Vergleichs der deutschen Stromnetzbetreiber nach den Kriterien der Strukturklassen aus der Verbändevereinbarung Strom II plus.

Die Idee der Strukturklassen ist eine Gegenüberstellung vergleichbarer Netzbetreiber. Netzbetreiber, die zu den teueren 30 Prozent einer solchen Klasse gehören, können danach von ihren Kunden zur Offenlegung ihrer Netzpreiskalkulation aufgefordert werden. In der Spitze differieren laut VIK derzeit diese Preise innerhalb einer Strukturklasse der Mittelspannungsebene um mehr als das Doppelte des Minimalpreises.

Vergleiche unmöglich

In vielen anderen Klassen liegt der teuerste Netzbetreiber immer noch um 50 bis 70 Prozent höher als der preiswerteste Netzbetreiber. In einem Drittel aller Strukturklassen – in 16 von 48 Klassen – sind gegenwärtig zudem nur maximal zwei Unternehmen vertreten, wodurch belastbare Vergleiche unmöglich sind, kritisiert der VIK, für den das ein unbefriedigendes Untersuchungsergebnis ist.

Anzahl der Strukturklassen senken

In Kombination mit dem vollkommen mangelhaften Rückgang der durchschnittlichen Netznutzungspreise von gerade einmal einem Prozent seit dem ersten Strukturklassenvergleich würde der dringende Anpassungsbedarf der gegenwärtigen Strukturklassen überdeutlich, teilte der VIK mit. Um eine Vergleichbarkeit möglichst vieler Netzbetreiber zu erreichen, müsse die Anzahl der verschiedenen Strukturklassen gesenkt werden. Nur so sei es für den Energiekundenverband möglich, die derzeitig in vielen Strukturklassen gar nicht ermittelbaren oder oft weit auseinander gehenden Netzpreise in den Griff zu bekommen.