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VIK: Nicht nur Emissionshandel fördern

Durch die beschränkte Nutzung des JI und CDM innerhalb des zukünftigen Emissionshandels würde in der ohnehin energieeffizienten EU – insbesondere in Deutschland – nach Ansicht des VIK so weiterhin enormer Aufwand betrieben werden müssen, um auch noch das letzte Quäntchen an Wirkungsgradsteigerung zu erreichen.

Stromtarife© Andre Bonn / Fotolia.com

Die vom kommenden EU-weiten Handel mit Treibhaus­gasemissionen besonders betroffene energieintensive Wirtschaft setzt gleichberechtigt zum Emissionshandel auf die projektbezogenen Optionen des UN-Kyoto-Protokolls zur Emissionsminderung im Ausland Joint Implementation (JI) und Clean Development Mechanism (CDM). So kann nach Auffassung des Verband der Industriellen Energie- und Kraftwirtschaft (VIK) durch Klimaschutzprojekte in Ländern mit weit niedrigerem Energieeffizienzniveau als in Deutschland mit gleichem finanziellen Einsatz viel mehr für den globalen Klimaschutz erreicht werden als in Deutschland.

Der VIK kritisiert dabei, dass der aktuelle EU-Kommissionsentwurf Regelungen enthält, wonach nur maximal sechs Prozent der zugeteilten Kohlendioxid-Rechte durch JI und CDM abgedeckt werden können. Diese nicht dem Umweltschutz dienende Beschränkung hat VIK als Interessenverband der energieintensiven Industrie dazu veranlasst, sich bei der EU-Kommission dafür einzusetzen, die im gegenwärtigen Entwurf vorgeschlagenen Beschränkungen nicht in den offiziellen Textvorschlag der EU-Kommission aufzunehmen.

Durch die beschränkte Nutzung des JI und CDM innerhalb des zukünftigen Emissionshandels würde in der ohnehin energieeffizienten EU – insbesondere in Deutschland – nach Ansicht des VIK so weiterhin enormer Aufwand betrieben werden müssen, um auch noch das letzte Quäntchen an Wirkungsgradsteigerung zu erreichen. Für das gleiche Geld wären, etwa in Afrika, zweistellige Wirkungsgradsteigerungen zu erzielen. Im Ergebnis würden teuere Kohlendioxid-Emissionsrechte in Europa entstehen und der Klimaschutz nur suboptimal behandelt.

Eine mit sechs Prozent willkürlich niedrig definierte Obergrenze für Klimaschutzprojekte unterlaufe das Ziel einer kostengünstigen Klimavorsorge und unterstütze nur die am reinen Handel der teuren Emissionsrechte verdienenden Organisationen, moniert der VIK weiter. Diese Begrenzung sei zudem das falsche Signal an die Entwicklungsländer, die sich von CDM-Projekten eine Förderung ihrer nachhaltigen Entwicklung versprechen.

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