Standpunkt

VIK: Langfristige Gaslieferverträge behindern Wettbewerb

Der VIK schlägt neben dem Verbot der Offenlegungsklausel die Abschaffung der strengen zeitlichen Befristung der Verträge und die Absenkung der Abnahmeverpflichtung auf Mengen unterhalb der Gesamtbedarfsdeckung vor. Außerdem müssten freie Mengen unter fairen Bedingungen geliefert werden können.

Strompreise© Gina Sanders / Fotolia.com

Essen (red) - Die vertragliche Verpflichtung von Stadtwerken, ihren Erdgasbedarf langfristig zu 100 Prozent bei nur einem Importeur zu decken, behindert die wettbewerbliche Entwicklung des deutschen Erdgasmarktes und führt so zu den europaweit höchsten Erdgaspreisen. Diese Auffassung vertritt jedenfalls der Verband der Industriellen Energie- und Kraftwirtschaft (VIK) und begrüßt deshalb die Untersuchungen, die das Bundeskartellamt in diesem Bereich gestartet hat.

Weitere Schwachpunkte sieht der VIK in der Offenlegung: Derzeit müssten Kunden neue Gasangeboten oft ihren bisherigen Lieferanten vorlegen und ihnen die Möglichkeit einräumen, mit einem verbesserten Angebot darauf zu reagieren. Dadurch hätte die neuen Erdgasanbieter keine Chance auf einen erfolgreichen Markteintritt, moniert der Verband.

Der VIK schlägt - neben dem Verbot der Offenlegungsklausel - die Abschaffung der strengen zeitlichen Befristung der Verträge und die Absenkung der Abnahmeverpflichtung auf Mengen unterhalb der Gesamtbedarfsdeckung vor. Außerdem sei es für die Entfaltung von Wettbewerb notwendig, dass Zweitanbieter freie Erdgasmengen unter fairen Bedingungen liefern könnten. Hierzu gehöre die freie Wahl bzw. Zusammenfassung von Übergabepunkten, die vollständige Strukturierung durch den Erstlieferanten zu diskriminierungsfreien, nachvollziehbaren Konditionen, keine diskriminierende Rabattierung durch den Erstlieferanten und eine Beachtung des Rucksackprinzips - also der Verfügbarkeit der Leitungstransportkapazität für den Erdgaskunden.

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