"Ursprünglich gutes Konzept"

VIK kritisiert Aufweichung der Anreizregulierung

Das ursprünglich gute Konzept der Bundesnetzagentur (BNetzA) zur Anreizregulierung wurde durch viele Punkte aufgeweicht, kritisiert der Verband der Industriellen Energie- und Kraftwirtschaft e.V. (VIK). Damit könnten die Netznutzungsgebühren noch viele Jahre überteuert bleiben, warnt der Verband.

Netzausbau© Thomas Aumann / Fotolia.com

Essen (red) - Ziel der Anreizregulierung sei die Absenkung der Netzentgelte gewesen, um den Wettbewerb im Strom- und Gasmarkt anzukurbeln, erinnert der VIK. Durch eine "Liste von Weichmachern" könnte die Netznutzung aber noch mindestens zehn Jahre überteuert bleiben. Der Verband fordert daher die Mitglieder des Bundesrates auf, die vorliegende Fassung der Anreizregulierungsverordnung zu ertüchtigen und nicht weiter zu verwässern.

Nachdem die BNetzA innerhalb von acht Jahren angemessene Netzentgelte erreichen wollte, stehen dafür nun zehn Jahre zur Verfügung. Zudem wollten die Regulierer den Netzbetreibern eine jährliche Produktivitätssteigerung von 1,25 bis 1,5 Prozent vorgeben, derzeit stehen noch 0,5 bis 1 Prozent zur Abstimmung. Das ist deutlich unter dem internationalen Mittel von 2 Prozent und dürfte zu steigenden anstatt sinkenden Netzentgelten führen, warnt der VIK.

Dass sich die Netzbetreiber ursprünglich am effizientesten Unternehmen ausrichten sollten und nun nur noch am Durchschnitt der Netzbetreiber, sei eine weitere Schonung gerade der ineffizienten Netze.