Anhörung

VIK: Halten Erzeuger Kazitäten bewusst zurück?

Das Bundeskartellamt hat heute zu einer Anhörung zum Thema "Kohlendioxid-Zertifikateeinspeisung" geladen. Diese Gelegenheit will der VIK nutzen, die Befürchtungen, der Strompreis an der Großhandelsbörse werde von den Versorgern künstlich hochgehalten, zu äußern und die Politik zum Eingreifen zu animieren.

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Essen (red) - Wird dem Markt Stromerzeugungskapazität in der Größenordnung von mehr als einem Großkraftwerk, also etwa 1500 Megawatt, vorenthalten? Und wird dadurch der Strompreis auf dem heutigen hohen Niveau gehalten? Unterstützt wird diese Vermutung von der Entwicklung der Großhandelspreise: In den vergangenen zwölf Monaten sind die Strompreise an der Börse um 60 Prozent auf etwa 55 Euro pro Megawattstunde gestiegen. Bei der Anhörung zur "Kohlendioxid-Zertifikateeinspeisung" heute im Bundeskartellamt will der Verband der Industriellen Energie- und Kraftwirtschaft (VIK) diese Diskrepanz zur Sprache bringen.

Gleichzeitig wollen die Vertreter der industriellen Stromerzeuger auf die Dringlichkeit des Eingreifens der Politik hinweisen, vielleicht schon beim Energiegipfel am Montag in Berlin. Zusätzlich will der VIK sicherstellen, dass in der zweiten Emissions-Handelsperiode ab 2008 eine ungerechtfertigte Verschiebung gewaltiger Finanzmittel von den Stromkunden zu den marktbeherrschenden Stromunternehmen vermieden wird.

Im Vorfeld der Anhörung hat der VIK festgestellt, dass bei einem großen deutschen Versorger mehr als 80 Prozent der Stromerzeugung zu Kosten von 24 Euro pro Megawattstunde erfolgt. Angesichts der heutigen Strompreise an der Börse entstünden derart hohe Renditen. Diese Gewinne sind nach Einschätzung des VIK auf den mangelhaften Stromwettbewerb zurückzuführen.