Standpunkt

VIK fordert wirksame Regulierungsinstrumente im EnWG

Eine unabhängige und starke Regulierungsbehörde muss endlich für funktionierenden Wettbewerb zwischen den Netzen bei Strom und Gas sorgen. So lautet die zentrale Forderung der im Verband der Industriellen Energie- und Kraftwirtschaft (VIK) zusammengeschlossenen Strom- und Erdgasnetzkunden.

Netzausbau© Günter Menzl / Fotolia.com

Essen (red) - Der VIK hat die seiner Auffassung nach wichtigsten Eckpunkte dazu nochmals zusammengefasst:

(1) Wirksame Regulierungsinstrumente: Vergleichsmarktkonzept und Anreizregulierung müssten der Kostenorientierung bei der Preisfestlegung entgegengestellt werden. Mit der Entwicklung eines Anreizsystems müsste sofort begonnen werden, nicht erst 2005, ansonsten könnten die Preiserhöhungen nicht gestoppt werden.

(2) Realkapitalerhaltung statt Nettosubstanzerhalt: Die mangelnde Transparenz der Nettosubstanzerhaltung ermögliche ein Vermischen von Gewinnen und Kosten - zu Lasten der Netzkunden.

(3) Wettbewerb um Regelenergie zwischen den dominierenden Anbietern müsse auch über die einzelnen Regelzonen hinaus stattfinden, denn nur so könne die Marktbeherrschung der mit den Übertragungsnetzbetreibern verbundenen Kraftwerksgesellschaften aufgebrochen werden.

(4) Mehr Transparenz beim Stromhandel: Der Marktmacht und den Insiderinformationen des engen Anbieteroligopols mit seinem hohen Maß an Verflechtungen sei durch erheblich mehr Transparenz bei netz- und handelsrelevanten Daten entgegen zu wirken.

(5) Eigentumsübergreifendes, transaktionsunabhängiges und börsenfähiges Entry-Exit-Modell bei Erdgas: Um Wettbewerb zu initiieren, müsse das Ziel ein bundesweiter Marktplatz mit wenigen Regelzonen und netzeigentumsübergreifenden Kooperationsverpflichtungen sein. Der Gaskunde brauche nur am Ein- und Ausspeisepunkt Ansprechpartner.

(6) Vorgaben für Strukturierung und diskriminierungsfreien Speicherzugang: Der Gasmarkt könne nur funktionieren, wenn den Kunden auch die Instrumente für den notwendigen Bilanzausgleich, die Speicher, diskriminierungsfrei zur Verfügung stehen. Außerdem müsse ein Kunde im Fall des Versorgerwechsels auch "seine" Leitungskapazität "mitnehmen" können, sonst ist ein reibungsloser Anbieterwechsel nicht möglich (Rucksackprinzip).

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