Standpunkt

VIK fordert: Emissionshandel darf nicht zum Strompreistreiber werden

VIK fordert von der Bundesregierung, dass sich die Strompreise beim bevorstehenden Emissionshandel höchstens in dem Maße erhöhen dürfen, in dem Beschaffungskosten für Zertifikate auch tatsächlich entstanden sind. Unerwünschte Mitnahmegewinne müssten verhindert werden.

Stromtarife© Andre Bonn / Fotolia.com

Essen (red) - Der Verband der Industriellen Energie- und Kraftwirtschaft (VIK) befürchtet, dass weiter steigende Strompreise für alle Endkunden das Ergebnis des bevorstehenden EU-weiten Handels mit Treibhausgasemissionen sind. Sollten die bisher veröffentlichten Entwürfe umgesetzt werden, könnten Stromerzeuger die ihnen unentgeltlich zugeteilten Emissionsrechte einem veritablen Marktpreis zuzuordnen und ihre Strompreise entsprechend dieses Zertifikatspreises anheben, begründet der VIK.

Zu diesen Effekten dürfe es nicht kommen, fordert der Verband. Schließlich habe Deutschland als hoch industrialisiertes und dicht besiedeltes Land vergleichsweise energieintensive Industrie- und Gewerbebetriebe. Wegen ihrer Energieintensität seien diese Unternehmen auf wettbewerbsgerechte und niedrige Energiepreise dringend angewiesen. In den Branchen Stahl, Chemie, Papier, Zement, Glas, Aluminium ließen sich zahlreiche Basis- und Halbfertigprodukte sonst nicht länger in Deutschland herstellen. Wegen der bisher schon hohen Umweltschutzerfolge der deutschen Wirtschaft seien weitere Energieeinsparungen immer schwieriger und teurer.

VIK fordert von der Bundesregierung daher, dass sich die Strompreise beim bevorstehenden Emissionshandel höchstens in dem Maße erhöhen dürfen, in dem Beschaffungskosten für Zertifikate auch tatsächlich entstanden sind. Schließlich habe sich die Bundesregierung ganz bewusst für die kostenlose Erstausgabe der Kohlendioxid-Emissionsrechte entschieden. Unerwünschte Mitnahmegewinne der Energieversorger müssten verhindert werden.