Standpunkt

VIK: Erhöhung der Netzpreise durch E.ON und RWE nicht hinnehmbar

Die in puncto Netzpreisen günstigsten deutschen Stromversorger, RWE und E.ON, haben angekündigt, ihre Preise anzuheben. Das hat zu einem Aufschrei der Empörung beim VIK geführt. Angebracht wären Preissenkungen forderte der Verband.

Netzausbau© Thomas Aumann / Fotolia.com

"Geist und Inhalt der Verbändevereinbarung Strom II plus (VV II plus) werden auf den Kopf gestellt." Mit diesen Worten kommentiert der Verband der Industriellen Energie- und Kraftwirtschaft e.V. (VIK) die wenige Tage vor Weihnachten verschickten Ankündigungen der zwei Stromversorger E.ON und RWE, ihre Netzpreise zum 1. Februar 2002 (E.ON) bzw. 1. Mai 2002 (RWE) erhöhen zu wollen. Erst am 13. Dezember 2001 sei im Rahmen der VV II plus ein Vergleichsmarktkonzept vereinbart worden, das zum Ziel hat, die überhöhten und teils um mehr als 100 Prozent differierenden Preise deutscher Netzbetreiber endlich zu senken, argumentierte der Verband.

Nur eine Woche später hätten jedoch die günstigsten deutschen und als Benchmark dienenden Versorger angekündigt, ihre Netzpreise zu erhöhen. Diese Art der energiepolitischen Entlastung für Versorger, die mit ihren überhöhten Netzpreisen im Visier des Bundeskartellamtes stehen, sei nicht akzeptabel, schimpft der VIK. Zudem dürfte die Weiterwälzung der Erhöhungen eine Kettenreaktion bei den nachgelagerten Netzen, z.B. bei den Stadtwerken, zur Folge haben. Angesichts von Produktivitäts-, Effizienz- und Rationalisierungsgewinnen in den Netzmonopolen wären Preissenkungen und keine Preiserhöhungen angebracht. Völlig unverständlich und inakzeptabel sei zudem der angegebene Grund für die Erhöhung, der in der "neuen und erstmals durchgeführten Ausschreibung zur Beschaffung von Regelleistungen" liegen soll, so der VIK weiter. Der Verband forderte, dass diese nicht zur Trendwende bei den Netzpreisen führen dürfe.