Entscheidung des EU-Energierats

VIK: Entflechtungsfristen zu lang

Der Verband der Industriellen Energie und Kraftwirtschaft hat auf die gestrige Entscheidung des EU-Energierats überwiegend mit Zustimmung reagiert. Den Übergangszeitraum bis 2007 bezeichnete der Verband jedoch als zu lang und auch die Ausnahmeregelung, die für Betriebe mit weniger als 100 000 Kunden gilt, sei unglücklich.

Netzausbau© Thomas Aumann / Fotolia.com

Die vollständige Öffnung der EU-Energiemärkte im Jahr 2007 sowie die gesellschaftsrechtliche Trennung der Netzbereiche aus den integrierten Versorgungsunternehmen werden vom Verband der Industriellen Energie und Kraftwirtschaft e. V. (VIK) begrüßt. Allerdings ist aus Sicht des Energiekundenverbandes der verbleibende Übergangszeitraum bis 2007 zu lang. Außerdem könne die vereinbarte Ausnahme­regelung vom "legal unbundling" den Weg zu wettbewerbsfördernden Lösungen verbauen.

Insgesamt würden die jetzt gefundenen Kompromisse die Wettbewerbssituation in Europa deutlich verbessern helfen, bilanziert der VIK. Der Druck auf die Verbände der Strom- und Gaswirtschaft würde mit diesen Regelungen erhöht, sie stünden jetzt in der Pflicht. Optimistisch stimmt den VIK, dass 2006 eine strenge Auslegung der Genehmigungskriterien für Ausnahmen gelten werde. Gleichzeitig begrüßt der VIK begrüßt die Entscheidung des Energieministerrats zur Ausgestaltung der Regulierungsbehörde. Die getroffene Entscheidung lasse den Weg des verhandelten Netzzugangs weiter zu, stärke aber gleichzeitig die Position der staatlichen Überwachung, indem sie z.B. eine Genehmigung der Berechnungsmethode der Netzzugangsentgelte vorschreibe.