Missbrauch?

VIK besorgt über Termin-Strompreise / Überprüfung gefordert

Der Verband der Industriellen Energie- und Kraftwirtschaft (VIK) hat Börsenaufsicht, Börsenrat und Bundeskartellamt aufgefordert, die enormen Preissteigerungen im Terminmarkt der EEX zu überprüfen. Ein Missbrauch durch eine kapitalstarke Gruppe, die möglicherweise abgesprochen die Preise hochtreibt, könne nicht ausgeschlossen werden.

Strompreise© Gina Sanders / Fotolia.com

Die Preise auf dem Terminmarkt der deutschen Strombörse EEX sind in den vergangenen Wochen ohne fundamentale Wetter-, Kraftwerks- oder Verbrauchsveränderungen dramatisch in die Höhe geschnellt. Diese Preissignale hätten gravierende Auswirkungen auf den gesamten Strommarkt und werden nach Ansicht des Verband der Industriellen Energie- und Kraftwirtschaft (VIK) erhebliche negative Folgen für eine wettbewerbsgerechte Stromversorgung der industriellen Verbraucher haben. Aus diesem Grund hat der Verband die Börsenaufsicht, den Börsenrat der EEX sowie das Bundeskartellamt dazu aufgefordert, die Hintergründe der Handelsaktivitäten an der Strombörse zu überprüfen.

Im Juni 2003 haben die Preissteigerungen zum Beispiel innerhalb eines Monats für eine Spitzenlast-Stromlieferung im dritten Quartal des laufenden Jahres 28 Prozent betragen (Anstieg von 37,35 Euro auf 47,68 Euro pro Megawattstunde).

Auf dem Terminmarkt der EEX sind derzeit nach Informationen des VIK 42 Unternehmen registriert. Die Gruppe der sehr aktiven und kapitalstarken Handelsteilnehmer ist nach VIK-Einschätzung allerdings klein. Vor diesem Hintergrund stellt der VIK die Frage, ob und in welchem Umfang das Verhalten einer kleinen, aber kapitalstarken Gruppe ein Grund für die derzeitige Preisentwicklung sein kann. Kann zum Beispiel durch den gegenseitigen Kauf und Verkauf zu immer höheren Preisen (abgesprochen oder nicht) auf sehr einfache Art das Preisniveau des Groß- und Einzelhandels insgesamt nach oben getrieben werden?

Klarheit und dann Abhilfe könnte durch mehr Transparenz geschaffen werden, beispielsweise durch eine Pflicht der Börse zur regelmäßigen Veröffentlichung der Geschäftsanteile der aktivsten fünf Börsenteilnehmer.