Keine Spur

VIK bemängelt fehlenden Regulierer und steigende Strompreise

Wettbewerbsfähige Energiepreise gehören laut VIK zur "überlebenswichtigen Basis des Industriestandorts Deutschland". Aus diesem Grund müsse das neue Energiewirtschaftsgesetz ein funktionsfähiges Vergleichsmarktkonzept und ein dynamisches Anreizregulierungssystem enthalten.

Netzausbau© Günter Menzl / Fotolia.com

Düsseldorf (red) - Ungeachtet der EU-Vorgaben gibt es in Deutschland am 1. Juli 2004 keinen handlungsfähigen Regulierer für den Strom- und Gasmarkt. Mit diesem Worten macht der Verband der Industriellen Energie- und Kraftwirtschaft (VIK) seinem Unmut über die verzögerte Verabschiedung der EnWG-Novelle Luft. Dabei seien gerade die deutschen Strompreise für Industrie und Gewerbe in den letzten zwei Jahren mit zweistelligen Prozentzahlen gestiegen und lägen im europäischen Vergleich wieder mit am höchsten.

Wettbewerbsfähige Strom- und Erdgaspreise gehörten jedoch zur überlebensnotwendigen Basis des Industriestandorts Deutschland, konstatierte der VIK heute auf einer Pressekonferenz zu den Auswirkungen der Strompreisentwicklung auf die deutsche Wirtschaft. Der Verband befürchtet weiter stark steigende Strompreise mit negativen Auswirkungen auf die 660 000 Arbeitsplätze in der energieintensiven Industrie. Ein diskriminierungsfreier Netzzugang sei unverzichtbare Voraussetzung für echten Wettbewerb. Nur dann könnten neue Strom- und Erdgasanbieter auf dem deutschen Energiemarkt bestehen und zu einem wettbewerbsfähigen Marktgeschehen beitragen.

Voraussetzung dafür sei ein entsprechend formuliertes neues Energiewirtschaftsgesetz. Es müsse ganz neue Werkzeuge enthalten, die eine faire und preiswerte Netznutzung ermöglichten. Dazu gehörten ein funktionsfähiges Vergleichsmarktkonzept und ein dynamisches Anreizregulierungssystem, ergänzt um ein System von Qualitäts- bzw. Sicherheitsstandards der Energieversorgung. "Eine alleinige Kostenorientierung - wie bisher angedacht - würde falsche Anreize setzen und wäre das Signal für steigende Kosten und Preise", erläutert Gerhard Hirth, Geschäftsführer der Unternehmensgruppe Schwenk und stellvertretender VIK-Vorsitzender.

Zudem sei eine quasi garantierte Mindestverzinsung für das eingesetzte Kapital in der Energiewirtschaft - im Gesetz oder in Verordnungen - abzulehnen. Gesetzlich garantierte Preise oder Renditen bei "erneuerbaren Energien" seien schon schlimm genug, dies auf die gesamte Energiewirtschaft zu übertragen, sei das Ende jeder Energiemarktliberalisierung in Deutschland.