Kalkulation

VIK befürchtet doppelte Bezahlung der Netze

Anlässlich des ersten Treffens des Vermittlungsausschusses zur Energierechtsnovelle hat der VIK ein Thema angesprochen, das in der Debatte um das neue EnWG noch nicht als Problem anerkannt wurde: In der Stromtarifkalkulation sei eine erheblich kürze Abschreibungsdauer zugrunde gelegt worden als vorgesehen.

Stromzähler© Gina Sanders / Fotolia.com

Essen (red) - "In den vergangenen Jahren ist der Stromtarifkalkulation in vielen Bundesländern eine erheblich kürze Abschreibungsdauer zugrunde gelegt worden als in den Verbändevereinbarungen und jetzt auch in den Netzentgeltverordnungen vorgesehen." Aus diesem Grund befürchtet der Verband der Industriellen Energie- und Kraftwirtschaft (VIK), dass die Netznutzer zukünftig Teile der Stromnetze doppelt bezahlen müssen. Der Verband bezieht sich dabei auf einen Brief des Hessischen Wirtschaftsministers Dr. Rhiel an den Bundesrat.

"Der von den Versorgungsunternehmen erzielte Mittelrückfluss müsste demnach bereits deutlich höher gewesen sein als nach den Rechenregeln der Verordnungsentwürfe. Die Restwerte wären also entsprechend niedriger anzusetzen als bisher nach den Verbändevereinbarungen errechnet", schreibt Riehl weiter. "Es scheint mir nicht zulässig, die Restwerte nach kalkulatorischen Methoden so großzügig zu bestimmen, als seien die Abschreibungen über die bisherige Lebensdauer der Anlagegüter hinweg stets nur auf der Basis sehr langer Nutzungsdauern berechnet worden. Eine solche Fiktion würde zu einer ungerechtfertigten und kostentreibenden Aufblähung der Restwerte und damit zu sehr hohen Belastungen der Netzentgelte führen."

Laut VIK, der die Sache anlässlich des ersten Treffens des Vermittlungsausschusses vom Bundestag und Bundesrat zum Thema Energierechtsnovelle auf den Tisch brachte, zwinge dieser Sachverhalt dazu, bei den demnächst geltenden Kalkulations- und Abschreibungsregeln des neuen Energierechts nur die entsprechend niedrigeren Restbuchwerte zu nutzen und keine überhöhten Werte zuzulassen. Ansonsten würden Windfall-Profits bei den Netzbetreibern entstehen. Diesen Sachverhalt habe die Debatte über die Gesetzesnovelle bisher nicht einmal als Problem erkannt. Das müsse sich dringend ändern.