Zeche für Haushalte

VIK: Anstatt Härtefallregelung Strompreise senken

Der Verband der Industriellen Energie- und Kraftwirtschaft (VIK) hat sich - als Interessensvertretung energieintensiver Unternehmen - gegen das von den großen Stromversorgern kürzlich vorgeschlagene Rabattsystem für energieintensive Unternehmen ausgesprochen. Stattdessen sollten die Netzentgelte gesenkt werden.

Netzausbau© Günter Menzl / Fotolia.com

Essen (red) - Das Angebot der vier großen Stromversorger, für energieintensive Unternehmen eine Härtefallregelung einzuführen, ginge vollständig zu Lasten Dritter, kritisiert der Verband der Industriellen Energie- und Kraftwirtschaft (VIK) die aktuellen Pläne. Eine falsche Regelung wäre es insbesondere dann, wenn gleichzeitig durch das Kalkulationsprinzip des Nettosubstanzerhalts und die Einbeziehung der Körperschaftssteuer die Netzentgelte erheblich steigen würden.

Statt Haushalte und Unternehmen diese Zeche zahlen zu lassen, sollten die Versorger ihre Effizienz erhöhen und ihre Netzpreise senken, um so ihren Kunden dauerhaft niedrigere und wettbewerbsgerechte Preise bieten zu können, schlägt die Vereinigung vor und hält eine Senkung der Netzentgelte um bis zu 20 Prozent in den nächsten Jahren für machbar. Dies sei angesichts der EU-weit sehr hohen deutschen Netzentgelte und der enormen Spreizung zwischen effizienten und weniger effizienten Netzbetreibern um bis zu 100 Prozent keine unlösbare Aufgabe.

Der Vorstoß mache aber auch deutlich, wie wichtig die energieintensiven Kunden seien, da sie notwendige Deckungsbeiträge zu ihren Netzkosten leisten und für eine stabile Grundauslastung ihrer Netzkapazitäten sorgen, führte der VIK aus.