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Vierteljahresheft von DIW Berlin beschäftigt sich mit "Messung von Nachhaltigkeit"

Nachhaltigkeit gehört seit einigen Jahren zu den wichtigsten Leitmotiven in Politik und vorallem Energiepolitik. Doch wie kann sie gemessen werden? Das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung gibt in seinem aktuellen Vierteljahresheft u.a. einen Überblick über Messmethoden und -systeme.

Strompreise© Gina Sanders / Fotolia.com

Berlin (red) - Nachhaltigkeit ist zu einem allgemein anerkannten Leitmotiv der Politik geworden. Das aktuelle "Vierteljahrsheft zur Wirtschaftsforschung" des Deutschen Instituts für Wirtschaftsförderung (DIW Berlin) "Messung von Nachhaltigkeit" versammelt aktuelle Forschungsergebnisse, die einen Überblick über Messsysteme und -methoden geben.

Generell gesehen, orientiert sich Nachhaltigkeit an dem Grundgedanken, dass weder heutige noch zukünftige Generationen benachteiligt werden sollen. Ziel sind gleiche Lebensbedingungen für ein sicheres und gerechtes Dasein. In ihrem einführenden Beitrag untersuchen Jürgen Blazejczak und Dietmar Edler daher die Kriterien für Nachhaltigkeit aus ökologischer, ökonomischer und sozialer Perspektive. Dazu stellen sie ein Integrationsverfahren vor, mit dem in einem interdisziplinären Diskurs gemeinsame Strategien für Nachhaltigkeit bestimmt werden können.

Wie nachhaltige Entwicklung messbar wird und Zielkonflikte quantifiziert werden können, verdeutlichen Christoph Böhringer und Andreas Löschel. Sie stellen numerische Gleichgewichtsmodelle als ein Instrument vor, um die Auswirkungen von politischen Maßnahmen auf Ökologie, Ökonomie und soziale Gerechtigkeit zu messen. Karl Schoer zeigt, dass das Gesamtrechnungssystem einen geeigneten Rahmen für die Abwägung von Zielkonflikten zwischen den Bereichen der Nachhaltigkeit bietet.

Carsten Stahmer informiert anschließend über den Stand der Arbeit im Statistischen Bundesamt zum Aufbau eines sozio-ökonomischen Berichtssystems. Das geplante Berichtssystem sieht vor, sämtliche menschlichen Aktivitäten - von privaten über gesellschaftliche und soziale - zu erfassen, um damit Szenarien für eine nachhaltige gesellschaftliche Entwicklung aufzeigen und zukunftsfähige Konstellationen beschreiben zu können. Der Beitrag von Thomas Döring, Stefan Heiland und Martin Tischer gibt einen Überblick über den aktuellen Stand der Indikatorensysteme für kommunale Nachhaltigkeit in Deutschland.

Auch Georg Dybe und Thomas Weith befassen sich kritisch mit dem System der Nachhaltigkeitsindikatoren der lokalen Agenda 21. Am Fallbeispiel Berlin demonstrieren sie, wie weit politischer Anspruch und reale gesellschaftliche Entwicklungen auseinander liegen. Sie fordern angesichts der Defizite eine höhere gesellschaftliche Akzeptanz des Agenda-Prozesses. Ansonsten, so die Autoren, sei für Berlin schon heute die Verfehlung der Agenda-Ziele vorprogrammiert.

Die "Vierteljahrshefte zur Wirtschaftsforschung" des DIW Berlin (Heft 1/2004) ist bei der Verlag Duncker & Humblot GmbH erschienen.