Trotz Ausweispflicht

Viele öffentliche Gebäude noch ohne Energieausweis

Ab dem 1. Juli 2009 muss in öffentlichen Gebäuden mit Publikumsverkehr und über 1.000 Quadratmetern Nutzfläche ein Energieausweis deutlich sichtbar aushängen. Allerdings haben bisher noch 75 Prozent dieser Gebäude keinen Energieausweis vorzuzeigen, wie aus einer Umfrage der dena hervorgeht

Stromnetz Ausbau© Gina Sanders / Fotolia.com

Berlin (red) - Die Aushangverpflichtung betrifft insgesamt ca. 55.000 öffentliche Gebäude wie Rathäuser, Schulen, Kindergärten, Landratsämter oder Krankenhäuser. Die öffentlichen Eigentümer hätten bis zum Beginn der Ausweispflicht "noch eine Menge zu tun", kommentierte Thomas Kwapich, Bereichsleiter bei der dena. Dabei sei der Energieausweis "eine große Chance", so Kwapich weiiter. "Denn er zeigt, wie es um die Energieeffizienz der einzelnen Gebäude steht und mit welchen Modernisierungsmaßnahmen die Energiekosten wirkungsvoll gesenkt werden können."

Bedarfsorientierter Energieausweis für Modernisierung

Bei der Erstellung des Energieausweises rät der dena-Experte zu einem bedarfsorientierten Energieausweis. Dieser biete eine gründliche Analyse der Gebäude "und ist eine sehr gute Basis zum Einstieg in die Modernisierung." Auf die Frage, ob sie in den nächsten fünf Jahren eine umfangreiche energetische Modernisierung in ihren Nichtwohngebäuden planen, gaben 83 Prozent der befragten Eigentümer eine positive Antwort.

Enerigeausweis für private Gebäude Pflicht

Ab dem 1. Juli 2009 gilt außerdem für alle Nichtwohngebäude, also auch für die in privater Hand: Bei Vermietung, Verkauf und Verpachtung ist der Energieausweis Pflicht. Der Eigentümer muss dem potenziellen Interessenten spätestens auf Nachfrage ein solches Dokument vorlegen. Für Wohngebäude wurde die Energieausweispflicht bereits am 1. Juli 2008 stufenweise eingeführt. Seit dem 1. Januar 2009 benötigen alle Wohngebäude einen Energieausweis, wenn sie neu vermietet, verkauft oder verpachtet werden.