Protest

"Verzerrung im Strommarkt darf nicht festgeschrieben werden"

Die Initiative Pro Wettbewerb hat die Bundesregierung davor gewarnt, der Verbändevereinbarung VVII plus für den Strommarkt einen Rechtscharakter zu verleihen. Grund: Weder Marktteilnehmer noch Verbraucherschützer hätten die Vereinbarung unterzeichnet.

Strompreise© Gina Sanders / Fotolia.com

Die Initiative Pro Wettbewerb - im September 2000 von den drei Versorgungsunternehmen best energy (Berlin), LichtBlick (Hamburg) und Yello Strom (Köln) gegründet - hat heute die Absage von Bundeskartellamtspräsident Ulf Böge begrüßt, wonach die Bundesregierung plant, der Verbändevereinbarung VV II plus für den Strommarkt einen Rechtscharakter zu verleihen.

"Rechtsverbindliche Regeln für den deutschen Strommarkt sind lange überfällig. Aber der jüngsten Verbändevereinbarung VV II plus einen Rechtscharakter zu geben, ist schon allein deswegen dem Strommarkt und damit allen Endverbrauchern unzumutbar, weil weder die neuen Marktteilnehmer, noch Verbraucherschützer diese Vereinbarung unterzeichnet haben", ließ die Initiative verlauten. Namentlich die bedeutendsten neuen Marktteilnehmer hätten bei den Verhandlungen nicht einmal mit am Tisch gesessen.

Nicht zuletzt die nach wie vor überhöhten Netznutzungsentgelte würden durch eine Umsetzung dieses Regierungsplanes festgeschrieben, womit der Diskriminierung durch Quersubventionierung und der damit verbundenen eklatanten Marktverzerrung durch die Hintertür die Absolution erteilt würde, so die Vertreter der "Initiative Pro Wettbewerb". Ihr Fazit: "Der Verbraucher wäre am Ende der Dumme".