Markenrecht

Verwechslungsgefahr: Yello gewinnt gegen Go Yellow

Der Billigstromanbieter Yello Strom hat den Prozess gegen die Internetauskunft Go Yellow gewonnen. Das Landgericht München gab dem Stromanbieter, der wegen der Namensähnlichkeit geklagt hatte, am Dienstag Recht und untersagte der Telefonauskunft die Nutzung der Bezeichnung. Go Yellow kündigte Berufung an.

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München (ddp-bay/sm) - Man sehe das Urteil (Az.: 1HK O 11526/05) "sehr entspannt", sagte Go Yellow- Unternehmenssprecherin Anja Meyer in München. Yello-Strom-Sprecher Andreas Müller teilte in Köln mit, das Unternehmen wolle sich nicht zu dem Urteil äußern, da es noch nicht rechtskräftig sei.

Yello Strom hatte argumentiert, Go Yellow habe sich sowohl beim Firmennamen als auch bei verschiedenen Internetadressen "sehr nahe an dieselbe englische Farbbezeichnung angelehnt". Das Unternehmen sah darin eine Verletzung seiner Markenrechte. Das Gericht bestätigte diese Einschätzung. Zwischen beiden Firmenbezeichnungen bestehe Zeichenähnlichkeit und damit Verwechslungsgefahr, urteilte die Kammer. Go Yellow habe mit der Verwendung des Firmennamens den Ruf der Klägerin ausgebeutet, die ihren Markennamen 1999 mit einer groß angelegten, preisgekrönten Werbekampagne zur bekanntesten Strommarke in Deutschland gemacht habe.

Go Yellow wurde die weitere Verwendung ihrer bisherigen Firmenbezeichnung, ihrer Internetadressen und ihres Firmenlogos untersagt. Gleichzeitig ordnete das Gericht die Löschung der Firma Go Yellow im Handelsregister an und verpflichtete diese zum Schadenersatz gegenüber der Klägerin. Die Höhe stand zunächst nicht fest.

Go-Yellow-Unternehmenssprecherin Meyer sagte, das Urteil sei eine "absolute Fehlentscheidung" und mache deutlich, wie sehr die Rechtsprechung vom jeweiligen Richter abhänge. Es habe bereits vor dem Landgericht Hamburg einen ähnlichen Prozess gegeben, der zugunsten von Go Yellow entschieden worden sei. Die Vorwürfe, Go Yellow würde sich mit der Namensähnlichkeit mehr Popularität erwarten, wies die Sprecherin zurück und betonte: "Wir haben nichts davon, wenn uns jemand mit einem Stromanbieter verwechselt."

Von Manuela Gotthartsleitner-Wagner