Infos auf der TerraTec

Verstromung von Klärschlamm bislang noch mit Hindernissen

Um die Schlammabfälle von Kläranlagen wirkungsvoll zu verwerten, müssten neue Technologien verbreitet und Kontakte zwischen Forschern und Praktikern geknüpft werden, um über weitere Entwicklungen zu reden. Eine Möglichkeit dazu biete die Umweltfachmmesse TerraTec zusammen mit der Enertec 2005 in Leipzig.

Netzausbau© Thomas Aumann / Fotolia.com

Leipzig (red) - Um die Schlammaufkommen in den Klärwerken möglichst umweltgerecht entsorgen zu können, muss der biologisch abbaubare organische Schlammanteil zuvor weitgehend ausgefiltert werden. "Wir eliminieren also extrem viele Nährstoffe aus dem Abwasser, was jedoch in den verbleibenden Biologien zum Substratmangel führt. Damit bilden sich fädige Mikroorganismen, etwa schäumende Bläh- und Schwimmschwämme, die die Schlammfaulung behindern", erklärt Udo Wiese, Abwassermeister beim Abwasserzweckverband Chemnitz/Zwickauer Mulde im sächsischen Burgstädt. So werde nicht der gesamte Schlamm in Biogas umgewandelt. Voraussetzung für eine hohe Rentabilität sei eine optimierte Faulung der Schlämme. Gegenwärtig wird nach Wieses Beobachtung bei den üblichen Faulzeiten nur etwa die Hälfte der organischen Schlammbestandteile mikrobiologisch verwertet und in Biogas umgesetzt.

Abhilfe könnte nach Wieses Meinung die so genannte Desintegration von Klärschlamm schaffen, wobei dem natürlichen Faul- und Zersetzungsprozess durch eine chemische, thermische oder auch mechanische Vorbehandlung des Rohschlamms im Abwasser "etwas auf die Sprünge geholfen" werde. Dazu gebe es verschiedene Verfahren, von denen jedoch bisland keines ausreichend praxistauglich sei. Deshalb seien engere Kontakte zwischen Forschern und Praktikern nötig, beispielsweise auf der Umweltfachmesse TerraTec vom 8. bis 11. März 2005 in Leipzig. "Hier sollten alle, die es betrifft - Forscher, Ingenieure, Wassermeister - an einen Tisch kommen. Denn die Zeit läuft uns davon", so Wiese.

Nicht zuletzt sei dieses Segment auch eine Chance für Apparatebauer, die diese Desintegrationstechnik entwickeln und herstellen. "Etwa 100.000 Euro würde ein solches Aggregat sicher kosten - angesichts Hunderter Kläranlagen, die damit nachgerüstet werden müssten, ein lohnender Markt", denkt Wiese. Und die Betreiber würden dies auch gern investieren, da zum einen mehr Gas entsteht, das sich in Strom ummünzen lässt, und zugleich weniger Kosten für die Schlammverbrennung anfallen. Außerdem werde die Betriebsstabilität verbessert und die Anlage wirtschaftlicher betrieben.

Die Internationale Umweltfachmesse TerraTec und die Energiefachmesse enertec finden vom 8. bis 11. März 2005 im Verbund statt. Durch das Messedoppel ist in Leipzig praktisch der komplette Bereich der Versorgung mit Wasser und Energie sowie der Entsorgung von Abwasser und Abfällen präsent. 2003 waren auf beiden Messen 550 Aussteller vertreten.