Gutachten

Verstoßen intelligente Stromzähler gegen Datenschutz?

Intelligente Stromzähler, die den Stromverbrauch in kurzen Zeitintervallen aufzeichnen, könnten gegen das Datenschutzgesetz verstoßen, meint Unabhängige Landeszentrum für Datenschutz Schleswig-Holstein (ULD). Denn anhand des Stromverbrauchs ließen sich Lebensgewohnheiten der Vebraucher ausforschen.

Netzausbau© Günter Menzl / Fotolia.com

Kiel (red) - Ab 1. Januar dürfen in Neubauten nur noch "Smart Meter", auch intelligente Stromzähler genannt, eingebaut werden. Anders als der herkömmliche Drehstromzähler, bei dem der Energieverbrauch meist nur einmal im Jahr abgelesen wird, können Sie den Stromverbrauch alle 15 Minuten aufzeichnen.

Anhand des Stromverbrauchs ausspionieren

Dies sieht das Unabhängige Landeszentrum für Datenschutz Schleswig-Holstein (ULD) kritisch. Denn durch die genaue Aufzeichnung des Stromverbrauchs könnten die Lebensgewohnheiten der Verbraucher ausgeforscht werden. Zudem ermögliche die unbegrenzte Speicherung, jederzeit und ohne Kenntnis des Verbrauchers die Daten abzurufen.

Verbraucher informieren

Das UDL schlägt daher in seinem Gutachten vor, vor der jeweiligen Übermittlung von Verbrauchsdaten die Betroffenen zu informieren. Zudem dürfe bei lastvariablen und tageszeitabhängigen Tarifen keine punktgenaue Datenerhebung erfolgen; vielmehr müssen sich die Erhebungsintervalle an den festgelegten und verabredeten Tarifen orientieren.

Frühzeitig an Datenschutz denken

Neue Technologien ermöglichen neuen Möglichkeiten, bringe aber auch neue Risiken, so Thilo Weichert, Leiter des ULD. Das frühzeitige Beachten der Datenschutzvorgaben durch die Betreiber und Anbieter verhindert spätere Mehrkosten und Konflikte.