Netzbetreiber überfordert

Verspätung bei Anmeldung von Solaranlagen in Bayern

Der Boom beim Aufbau privater Solarstromanlagen in Bayern überfordert offenbar die Netzbetreiber. So müssen Hausbesitzer damit rechnen, dass nicht alle neuen Anlagen, die erst jetzt beim zuständigen Betreiber gemeldet werden, bis zum Jahreswechsel ihre Stromeinspeisezusage erhalten - allerdings gibt es ab 2010 weniger Geld für den Solarstrom.

Netzausbau Ökostrom© Gina Sanders / Fotolia.com

München (afp/red) - Trotz massiver Aufstockung des Personals, Überstunden und Samstagsarbeit würden die Betreiber beim Anschluss der neuen Photovoltaikanlagen an das Stromversorgungsnetz an ihre Kapazitätsgrenzen stoßen, teilte der Verband der Bayerischen Energie- und Wasserwirtschaft (VBEW) mit.

10 Prozent weniger Geld für Betreiber der Solaranlage

Die Überforderung der Netzbetreiber in Bayern kann die privaten Solarstromerzeuger viel Geld kosten. Denn nur wer seine Anlage noch in diesem Jahr offiziell in Betrieb nimmt erhält garantiert 20 Jahre lang bis zu 43 Cent für jede Kilowattstunde Strom, die er in das Netz einspeist. Wird die Anlage erst im Jahr 2010 in Betrieb genommen, reduziert sich die Vergütung um bis zu zehn Prozent.

Verzögerung bei Netzanschluss der Solaranlage

Der VBEW verwies darauf, dass Photovoltaikanlagen durch die gesunkenen Preise zum attraktiven Geldanlageobjekt geworden seien. Bevor eine Anlage an das Netz angeschlossen werden könne, müsse aber unter andere eine Netzverträglichkeitsprüfung gemacht werden. Immer häufiger müssten die Betreiber nach einer solchen Prüfung ihr Stromnetz ausbauen. Insbesondere in ländlichen und besonders sonnigen Gebieten Bayerns sei die Flut der Anträge auf Einspeisung nicht mehr zeitnah zu bewältigen.