Weltweite Studie

Versorger setzen auf Energieeffizient und erneuerbare Energien

Die Diskussion den Klimawandels hat die globale Energiebranche offenbar voll erfasst. Einer PwC-Umfrage zufolge investiert weltweit jedes zweite Versorgungsunterehmen in Windkraft. Auch höhere Energieeffizienz habe Priorität. Asien setzt für den künftigen Energiemix überwiegend auf Kernenergie.

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Frankfurt am Main (red) - Verstärkte Investitionen in erneuerbare Energien und eine effizientere Energienutzung stehen ganz oben auf der Agenda der Versorgungsunternehmen, wie aus dem "Utilities Global Survey 2007" von PricewaterhouseCoopers (PwC) hervorgeht. Für die Studie wurden Vorstände und Führungskräfte von 114 Energieversorgern in 44 Ländern befragt.

"Offensichtlich haben die Bedenken um den Klimawandel in der globalen Energieversorgungsbranche einen Umdenkungsprozess ausgelöst und die Handlungsbereitschaft in den Bereichen Energieeffizienz sowie regenerativer und CO2-freier Erzeugung noch einmal deutlich erhöht", so Manfred Wiegand, Global Utilities Leader bei PwC. Allerdings bleibe abzuwarten, wie schnell und wie sehr sich dies in der Veränderung des Energiemixes niederschlägt. "Hierzu sind wirtschaftliche Signale und Anreize unverzichtbar."

Asien setzt auf Kernenergie

Mittlerweile erwarten rund 50 Prozent der befragten Manager, dass Windkraft in den kommenden fünf Jahren an Bedeutung gewinnen wird (2006: 17 Prozent). Einen wachsenden Anteil der Kernenergie prognostizieren 45 Prozent der Befragten (2006: 19 Prozent). Der Anteil der Manager, die mit einer wachsenden Bedeutung von Kohle rechnen, ist leicht auf rund 45 Prozent gesunken.

Besonders deutlich sei der Stimmungsumschwung in der Region Asien/Pazifik. Hier erwarten sämtliche Befragte, dass Kernkraft in den kommenden fünf Jahren stärker zum Primär-Energiemix beitragen wird als bisher - 2006 glaubte dies nicht einmal jeder zehnte. Auch Wind- und Wasserkraftwerke werden nach Ansicht von knapp 90 Prozent beziehungsweise gut 60 Prozent der Befragten mehr Energie erzeugen. Einen steigenden Anteil der insgesamt weiterhin dominierenden Kohle am Primär-Energieverbrauch prognostizieren demgegenüber nur noch sechs Prozent der asiatischen Versorger im Vergleich zu rund 75 Prozent in der Vorjahresumfrage.

Europa: Emissionshandel gibt Impulse

Zwei Drittel der befragten europäischen Energieversorger haben an, auf Grund des seit 2005 geltenden Emissionshandelssystems ihre Investitionen in regenerative Energiequellen verstärkt zu haben. Allerdings seien in der ersten Phase des Emissionshandels Emissionszertifikate zu großzügig ausgegeben worden, "so dass der finanzielle Anreiz nicht zur Einsparung von Emissionen im erwarteten Maße führte", erläutert Wiegand. Ab Januar 2008 gelten striktere Regeln, so dass der Preis der Zertifikate deutlich steigen dürfte. Derzeit werden Zertifikate noch zu rund einem Euro je Tonne CO2 gehandelt. Für die zweite Handelsperiode rechnen nur sechs Prozent der befragten Manager mit Preisen unter 10 Euro je Tonne, 60 Prozent mit einen Preis zwischen 10 und 20 Euro und gut ein Drittel geht sogar von mehr als 20 Euro je Tonne aus.

Versorger fördern Energiesparen

Der Anteil der Befragten, die im Bereich der effizienten Energienutzung Fortschritte durch neue Technologien erwarten, stieg zwischen 2006 und 2007 von 41 Prozent auf 62 Prozent. In Amerika glauben sogar vier von fünf Managern an Einsparpotenziale (2006: 22 Prozent), während in Europa gut 40 Prozent der Befragten (2006: 33 Prozent) eine weitere Reduzierung der Treibhausgase durch effizientere Energienutzung für möglich halten. Dabei erwarten die Versorger, dass Industrie, Gewerbe und vor allem Haushalte weniger Energie verbrauchen als bisher. Allerdings wollen über 70 Prozent der Energieerzeuger auch auf Verbraucherseite in die Unterstützung effizienterer Technologien investieren.

Versorgungssicherheit macht Sorgen

Über 70 Prozent der weltweit Befragten befürchten, dass es in den kommenden fünf Jahren insbesondere bei der Brennstoffversorgung Engpässe geben wird. Gut die Hälfte der Manager versucht dem durch verstärkten Einsatz langfristiger Lieferverträge entgegen zu steuern. Jeder Dritte erwägt auch Direktinvestitionen in der Öl- und Gasförderung oder den Bezug der Brennstoffe aus anderen Regionen (26 Prozent).