Bedenken

Versicherbarkeit der CCS-Technik wird bezweifelt

Die Finanzwirtschaft in Deutschland ist skeptisch, ob sich die Verpressung und unterirdische Einlagerung von Kohlendioxid auch versichern lässt. Die Risiken seien derzeit nicht abschätzbar. Derzeit plant der Versorger Vattenfall in Brandenburg ein CCS-Demonstrationskraftwerk, wogegen es heftigen Widerstand gibt.

Netzausbau Ökostrom© Gina Sanders / Fotolia.com

Berlin (dapd/red) - Aufgrund der langen Laufzeit und der nicht abschätzbaren Risiken bei der Carbon Capture and Storage (CCS) genannten Technik sei der Haftpflicht gegen den Austritt von CO2 Grenzen gesetzt, heißt es im Bericht einer Arbeitsgruppe aus Wirtschaft und Politik, der am Montag in Berlin vorgestellt wurde. Der Arbeitsgruppe gehören unter anderen das Bundesumweltministerium, die DAX-Konzerne Allianz und Münchener Rückversicherung sowie der Bundesverband deutscher Banken an.

Bei unvollständigem oder fehlendem Risikoausgleich könne der Nachfrage nach einem adäquaten Versicherungsschutz "nicht oder nur begrenzt nachgekommen werden", heißt es in dem Bericht weiter. Allianz-Vorstand Joachim Faber sagte, die Haftpflicht sowie die Definition von Fahrlässigkeit seien bisher nicht hinreichend geregelt. Dies müsse überarbeitet werden, um eine Risikobegrenzung zu erreichen.

Der Energiekonzern Vattenfall plant derzeit den Bau eines CCS-Demonstrationskraftwerks im brandenburgischen Jänschwalde. Mehrere Bürgerinitiativen kämpfen gegen das Projekt. Vergangene Woche hatte die brandenburgische SPD bekräftigt, an dem Projekt festhalten zu wollen. Grundlage für die Erprobung der Technik müsse jedoch ein CCS-Gesetz des Bundes sein. Die schwarz-gelbe Bundesregierung zögere die Verabschiedung eines solchen Gesetzes aber aus taktischen Gründen hinaus.