Prozess läuft

Verordnungsentwurf für Gebäude-Energieausweis vorgelegt

Bundesbauminister Wolfgang Tiefensee (SPD) und Bundeswirtschaftsminister Michael Glos (CSU) haben nach langen Verhandlungen einen abgestimmten Vorschlag zur Einführung des Energieausweises für Gebäude und Wohnungen vorgelegt. Er ist Bestandteil der neuen EnEV, die jetzt in der Länder- und Verbändeanhörung liegt.

Stromnetz Ausbau© Gina Sanders / Fotolia.com

Berlin (red) - Seit langem wurde die Vorlage des Referentenentwurf zur neuen Energieeinsparverordnung (EnEV) erwartet. Dazu werden in den nächsten Wochen nun Länder und Spitzenverbände angehört, bevor die Bundesregierung die Novellierung der Verordnung endgültig beschließt. Der Bundesrat muss der Verordnung danach noch zustimmen. Die Verordnung soll die EG-Richtlinie 2002/91/EG über die Gesamteffizienz von Gebäuden in deutsches Recht umsetzen. Als wichtigste Änderung wird ein Energieausweis für bestehende Gebäude eingeführt. Diese Ausweise haben Vermieter und Verkäufer von Gebäuden und Wohnungen voraussichtlich ab Herbst 2007 vorzulegen.

"Energieeffizienz ist auch im Gebäudebereich notwendig. Dazu sollen kostengünstige, leicht verständliche Energieausweise beitragen. Wer Gebäude oder Wohnungen kaufen oder mieten will, kann sich künftig anhand der Informationen in den Energieausweisen besser über die energetischen Eigenschaften verschiedener Objekte informieren", sagte Tiefensee in einer gemeinsamen Erklärung der Minister. Und Glos betonte: "Der Energieausweis setzt einen wichtigen Anreiz zur energetischen Sanierung. Durch eine weitgehende Wahlfreiheit erreichen wir, dass die Bürger dabei nicht übermäßig belastet werden."

Der Energieausweis soll die energetische Qualität (Heizung, Dämmung) eines Gebäudes durch einen Energiekennwert aufzeigen, um dies auch für den Laien verständlich zu machen. Eigentümer und Vermieter sind dann verpflichtet, im Falle des Verkaufs oder der Vermietung Kauf- und Mietinteressenten einen Energieausweis zugänglich zu machen. Eigentümer und Vermieter von Wohngebäuden mit mehr als vier Wohneinheiten können dabei wählen, ob sie den Energieausweis auf der Grundlage des errechneten Energiebedarfs oder des tatsächlichen Energieverbrauchs einsetzen. Das Gleiche gilt für Wohngebäude mit bis zu vier Wohnungen, die entsprechend dem Standard der 1977 erlassenen Wärmeschutzverordnung errichtet oder später auf diesen Standard gebracht wurden. Nur für Wohngebäude aus der Zeit vor der Wärmeschutzverordnung von 1977, die dieses Qualitätsniveau nicht erreichen, soll ab dem 1. Januar 2008 der Bedarfsausweis verbindlich gemacht werden. Übergangsweise soll die Wahlfreiheit zwischen Energieausweisen auf Bedarfs- und auf Verbrauchsgrundlage vor dem 1. Januar 2008 uneingeschränkt gelten.

Um unnötige Kosten zu vermeiden, wird zur Erstellung der Ausweise eine kostenaufwendige Begehung des Gebäudes durch einen Experten nicht vorgeschrieben. Vielmehr kann der Eigentümer dem Experten Angaben und Nachweise zum Gebäude zur Verfügung stellen.

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