Keine Einigung

Verhandlungen zur Verbändevereinbarung Erdgas abgebrochen

Die Unternehmensverbände BDI und VIK haben die Verhandlungen zur Verbändevereinbarung Erdgas gestern Abend ergebnislos abgebrochen. Die Gasseite war laut VIK nicht bereit, ein von der Industrie vorgelegtes neues Netzzugangskonzept zu akzeptieren, das ähnlich wie beim Strom den Netzzugang von aufwändigen einzelnen Transaktionen unabhängig macht.

Netzausbau Ökostrom© Gina Sanders / Fotolia.com

Der Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI) und der Verband der Industriellen Energie- und Kraftwirtschaft (VIK) haben gestern Abend nach einem dritten erfolglosen Gespräch der Verbandsspitzen innerhalb weniger Wochen beschlossen, die Verhandlungen zur Verbändevereinbarung Erdgas III abzubrechen. Als Vertreter der Energiekunden sehen BDI und VIK jetzt keine Chancen mehr, durch Verhandlungen auf Verbandsebene geeignete Voraussetzungen für einen funktionierenden Erdgaswettbewerb zu schaffen.

Trotz des im Mai 2002 von allen Verbänden einvernehmlich verabschiedeten Auftrags, gemeinsam ein neues Netzzugangskonzept im Rahmen der Verbändevereinbarung Erdgas III zu entwickeln, kamen die Verhandlungen seit Herbst letzten Jahres nicht voran. Die Gasseite war laut VIK nicht bereit, ein von der Industrie vorgelegtes neues Netzzugangskonzept zu akzeptieren, das ähnlich wie beim Strom den Netzzugang von aufwändigen einzelnen Transaktionen unabhängig macht. Nur ein solches Konzept gewährleiste einen funktionierenden Gaswettbewerb, Börsenfähigkeit, Diskriminierungsfreiheit, Eignung für Massengeschäfte und Bilanzkreisfähigkeit, zeigten sich BDI und VIK überzeugt. "Die zu großen Interessengegensätze zwischen Versorgern und Kunden haben jetzt verhindert, auf freiwilliger nichtstaatlicher Basis die grundlegenden Regeln eines funktionsfähigen Gaswettbewerbs gemeinsam zu schaffen", kommentierten die beiden Verbände heute.

Darüber hinaus konnte kein Einvernehmen über die Fragen des Vergleichsmarktkonzepts und der Kostenorientierung der Netznutzungsentgelte erzielt werden.