Bekanntgabe der Daten

Vergleichsverfahren macht Effizienzreserven deutlich

Mit den Daten aller Netzbetreiber hat die Bundesnetzagentur jetzt im Rahmen des sogenannten Vergleichsverfahrens die Kosten für das Leitungsnetz im Verhältnis zur Absatzdichte erhoben und verschiedene Strukturklassen erstellt. Die Daten sind jetzt verfügbar und ergeben deutliche Effizienzreserven.

Netzausbau© Thomas Aumann / Fotolia.com

Bonn (red) - Die Regulierungsinstanz für den deutschen Energiemarkt, die Bundesnetzagentur, hat jetzt die Ergebnisse des Vergleichsverfahrens Strom und Gas im Internet veröffentlicht. Zuvor wurden die Kosten der Versorger für den Betrieb ihres Leitungsnetzes in Euro pro Kilometer Leitungslänge, differenziert nach der Absatzdichte verglichen und die in verschiedene Strukturklassen eingeordnet.

Wie bereits berichtet, wird die Behörde allerdings auf Druck der Energiewirtschaft auf eine Nennung konkreter Unternehmensnamen verzichten. "Mittlerweile befinden wir uns bundesweit mitten im Entgeltgenehmigungsverfahren, in dem überhöhte Kosten unmittelbar erkannt und gekürzt werden können. Aus diesem Grund hat sich die Bundesnetzagentur jetzt für eine andere Form der Veröffentlichung entschieden, die sich auf die Darstellung der Bandbreiten konzentriert", kommentierte Matthias Kurth, Präsident der Bundesnetzagentur. Er stellte jedoch klar, dass die Berücksichtigung im Rahmen der individuellen Entgeltgenehmigung durch die Form der Veröffentlichung nicht beeinflusst werde.

Die Kosten sind die ausschlaggebende Größe für die Höhe der Netznutzungsentgelte. Und dabei gibt es innerhalb der Vergleichsklassen gravierende Unterschiede, wie die Untersuchung ergab. So finden sich beispielsweise im Westen in der Klasse der niedrigeren Absatzdichte bei den Kosten pro Netzkilometer in der Mittelspannung Abweichungen um mehr als das siebenfache vom mittleren Wert. "Die hohen Unterschiede in den Kosten können nicht allein durch strukturelle Besonderheiten der einzelnen Unternehmen erklärt werden. Vielmehr lässt diese Bandbreite auf vorhandene Ineffizienzen schließen", lautet daher Kurths Schlussfolgerung. Damit bestünden Effizienzreserven beim Betrieb der Energieversorgungsnetze, die es zu heben gelte.

Das Energiewirtschaftsgesetz sieht vor, dass die Ergebnisse des Vergleichsverfahrens in den laufenden Entgeltgenehmigungsverfahren Berücksichtigung finden. Mit der rechtlich vorgegebenen Veröffentlichungspflicht soll für die Unternehmen und die interessierte Öffentlichkeit die Transparenz erhöht und zu Beginn der Energieregulierung ein Überblick über die vorgefundene Ausgangssituation geschaffen werden.

Weiterführende Links
  • - Hier klicken für die Ergebnisse des Verfahrens -