Abschluss

Verglasung von Karlsruher "Atomsuppe" beendet

Zwei Jahrzehnte nach der Stilllegung der Wiederaufarbeitungsanlage in Karlsruhe ist die Verglasung der dort verbliebenen hochradioaktiven "Atomsuppe" abgeschlossen. Das ganze Projekt soll rund 2,6 Milliarden Euro kosten, Rückbau und Endlagerung inbegriffen.

Stromzähler© Gina Sanders / Fotolia.com

Karlsruhe (dapd/red) - Rund 60.000 Liter hochradioaktiver Flüssigabfall aus der 20-jährigen Wiederaufarbeitungszeit seien in Glas eingeschmolzen worden. Das diente dazu, sie transport- und lagerfähig zu machen, teilte ein WAK-Sprecher am Freitag mit. Der Schmelzofen sei entleert und abgeschaltet. Am Donnerstag sei die 140. und letzte Kokille befüllt worden.

Die Abfälle sollen in fünf Castor-Behälter gefüllt und zum Zwischenlager in Lubmin bei Greifswald gebracht werden. Die Gesamtprojektkosten inklusive des Rückbaus und der Endlagerung betragen etwa 2,6 Milliarden Euro.

Gebaut wurde die WAK in den Jahren 1967 bis 1970 unter Federführung des Forschungszentrums Karlsruhe. Sie diente als Versuchseinrichtung, um die Machbarkeit der industriellen Wiederaufbereitung abgebrannter Kernelemente zu erproben. Von 1971 bis Ende 1990 wurden in der WAK rund 200 Tonnen Kernbrennstoffe aufgearbeitet. Nachdem die Industrie aus dem Projekt einer kommerziellen Wiederaufbereitungsanlage im bayerischen Wackersdorf ausgestiegen war, machte auch die WAK als Erprobungsbetrieb keinen Sinn mehr. Bund, Land und Industrie als Träger vereinbarten die Stilllegung.

Seit September 2009 wurden den Angaben zufolge etwa 49 Tonnen Abfallglas produziert. Danach waren die Behälter, Rohrleitungen und dem Verglasungsofen gespült und die noch verbliebene Restaktivität in Glas geschmolzen worden.