Verfügbarkeit des Kernkraftwerkes Philippsburg fast 100 Prozent / Revision im Block 1 des Kernkraftwerkes beginnt

Strompreise© Gina Sanders / Fotolia.com
Der Block 1 des Kernkraftwerkes Philippsburg wird am kommenden Freitag planmäßig zur diesjährigen Revision und zum Brennelementewechsel heruntergefahren. Gleichzeitig wird die Beladung des Castor-Behälters im Block 2 des Kraftwerkes wegen der beginnenden Revisionsarbeiten verschoben. Der Castor-Behälter im Block 2 des Kernkraftwerkes Philippsburg erreichte auch bei der zweiten Prüfung nicht die geforderten Werte für die Dichtheit. Die EnBW Kraftwerke AG und die Gesellschaft für Nuklear-Service (GNS) arbeiten an der Aufklärung und Beseitigung der Ursache. Der Castor-Behälter befindet sich nach wie vor im Reaktorgebäude des Blocks 2. Erste Untersuchungen lassen die Vermutung zu, dass die unzureichende Dichtheit im Zusammenhang steht mit dem geänderten Trocknungsverfahren des Dichtungsbereichs in Verbindung mit spezifischen Handhabungsvorgängen im Kernkraftwerk Philippsburg.


Bei der Revision im Block 1 werden insgesamt 88 der 592 Brennelemente des Siedewasserreaktors durch neue ersetzt. Außerdem wird ein Teil der Steuerstäbe im Reaktor ausgetauscht. Im Rahmen der Revision werden zahlreiche Behälter, Wärmetauscher, Pumpen, Armaturen und Rohrleitungen überprüft und gewartet. Außerdem wird auch in diesem Jahr die Abschaltphase zur Verbesserung der Sicherheitstechnik genutzt. So wird bei einem Teil des Reaktorschutz- und Überwachungssystems die analoge Technik durch computergestützte Sicherheitsleittechnik ersetzt. Mehr als 1000 Mitarbeiter von Fremdfirmen unterstützen die Belegschaft des Kernkraftwerkes Philippsburg bei der Revision. Der TÜV und die Genehmigungsbehörden überwachen die Arbeiten und kontrollieren vor dem Wiederanfahren die Funktionstüchtigkeit aller Systeme und Komponenten.


Im vergangenen Betriebszyklus war der Siedewasserreaktor seit der Wiederaufnahme des Betriebs am Ende der Revision im Mai 1999 über 360 Tage am Netz und produzierte insgesamt 7,7 Milliarden Kilowattstunden. Damit hatte der Block eine Verfügbarkeit von fast 100 Prozent. Um ausreichend Platz für die zu entladenden Brennelemente im Lagerbecken des Blocks 1 zu bekommen, mussten vor der Revision 128 Brennelemente in das Lagerbecken des Blocks 2 transportiert werden. Diese Kraftwerks-internen Transporte waren erforderlich, weil die Zustimmung zur Wiederaufnahme der externen Transporte durch die Bundesregierung bisher nicht vorliegt.