Schweizer Projekt

Verfahren zum Bau des Emsländer Steinkohlekraftwerks beginnt

Mit einem so genannten Scoping-Termin bereitet das Gewerbeaufsichtsamt Oldenburg am Montag das Genehmigungsverfahren zum Bau eines Steinkohlekraftwerks im emsländischen Dörpen vor. Dort soll über administrative und rechtliche Vorgaben gesprochen werden.

Strompreise© Gina Sanders / Fotolia.com

Dörpen (ddp/sm) - Im Ratssaal der Samtgemeinde Dörpen würden 47 Verfahrensbeteiligte des Betreibers sowie von Behörden und Umweltverbänden erwartet, teilte ein Sprecher des Gewerbeaufsichtsamts mit. Bei dem Treffen sollen Vorgaben für die Antragstellung und die Umweltverträglichkeitsprüfung besprochen werden.

Für die BKW FMB Energie AG aus dem schweizerischen Bern handelt es sich um das erste Kraftwerksprojekt in Deutschland. Der Standort im Emsland eigne sich wegen der Anbindung an das vorhandene Stromnetz sowie der Infrastruktur, sagte Konzernsprecher Antonio Sommavilla. Die Anlieferung der Steinkohle sei per Schiff und Bahn möglich. "Ein wichtiger Grund ist auch, dass die Behörden vor Ort ein entsprechendes Interesse signalisiert haben", betonte Sommavilla.

Angestrebt werde ein Baubeginn Mitte 2009 und eine Inbetriebnahme im Jahr 2013. Das Investitionsvolumen für das Kraftwerk mit einer Leistung von 900 Megawatt betrage rund eine Milliarde Euro. Allerdings regt sich auch Widerstand. Aus einer Sammlung von Protestunterschriften sei mittlerweile eine überparteiliche Aktion geworden, sagte Nikolaus Schütte zur Wick, Vorsitzender des Kreisverbandes Emsland-Nord der Grünen. Zudem werde die Gründung einer Bürgerinitiative vorbereitet.