Intensivere Zusammenarbeit

Vereinbarung der Domowina mit Vattenfall kritisiert

Der Bund Lausitzer Sorben Domowina steht wegen einer mit dem Energiekonzern Vattenfall abgeschlossenen Vereinbarung in der Kritik. Mit dem Vertrag gehe die Domowina auf "Kuschelkurs", sagte das frühere Bundesvorstandsmitglied Torsten Mack am Montag dem RBB-Sender Antenne Brandenburg.

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Cottbus (ddp-lbg/sm) - Mack ist Lehrer am Niedersorbischen Gymnasium Cottbus. Er betonte: "So viel Naivität hätte ich von unseren Domowina-Funktionären nicht erwartet." Er sei zwar dafür, mit Vattenfall zu reden. Allerdings lege jetzt der Bergbau-Konzern fest, auf welche Weise die Sorben unterstützt würden.

Die Domowina und der Energiekonzern hatten sich vor wenigen Tagen auf eine intensivere Zusammenarbeit verständigt. Danach will Vattenfall unter anderem das Brauchtum und den Erhalt der sorbischen Sprache finanziell unterstützen. Im Gegenzug will die Domowina sich nicht mehr generell gegen mögliche Abbaggerungen von Dörfern stellen. Sie erwartet jedoch einen Ausgleich für den Verlust sorbischer Identität.

Der Bundesvorsitzende der Domowina, Jan Nuck, hatte bei der Unterzeichnung der Vereinbarung erklärt, es sei richtig, zur Realpolitik im Umgang mit Vattenfall zu kommen. Schließlich könne die Domowina keine Gesetze ändern. Das habe die Abbaggerung von Horno bewiesen. Wenn künftig weitere sorbische Dörfer der Kohle weichen müssten, wolle die Domowina wenigstens am Gewinn von Vattenfall partizipieren.