"Monopolartige Zustände"

Verbraucherzentralen kritisieren Strompreiserhöhungen

Die geplanten Preiserhöhungen der Energiekonzerne seien nicht gerechtfertigt, sagte Holger Krawinkel, der Energieexperte des Bundesverbandes der Verbraucherzentralen, heute dem Radiosender MDR Info. In der Vergangenheit hätten sie dazu gedient, die Gewinne der Anbieter noch zu steigern.

Stromtarife© Andre Bonn / Fotolia.com

Halle (ddp/sm) - "Der Strompreis müsste eigentlich deutlich niedriger ausfallen, weil die Erzeugungspreise um die Hälfte niedriger liegen als das, was an der Leipziger Strombörse gehandelt wird", so Krahwinkel weiter.

Gleichzeitig forderte der Experte eine Ausweitung der Regulierung auf dem Strommarkt. "Das Konzept der Bundesregierung ist zu eng. Es darf sich nicht nur auf die Netze beziehen, sondern muss auch die Erzeugungsebene einbeziehen", sagte Krawinkel. Er forderte, den Marktanteil für die Erzeuger zu beschränken. Derzeit gebe es im Erzeugungsbereich monopolartige Zustände. Die vier großen Unternehmen E.ON, RWE, Vattenfall Europe und EnBW beherrschten den Markt.

Zwar müssten die Unternehmen nach der Überprüfung durch die Bundesnetzagentur ihre Netzentgelte, die sie von anderen Anbietern für die Durchleitung von Strom durch ihr Netz verlangen, senken und die Kostenersparnis an die Verbraucher weitergeben. Günstigere Strompreise für die Kunden würden dadurch allerdings nicht entstehen, da die Versorger versuchen würden, diese Einbußen über höhere Preise für die Stromerzeugung wieder reinzuholen.