Ungleichgewicht

Verbraucherzentrale will mehr Windkraft im Süden

Der Bundesverband der Verbraucherzentralen (vzbv) stellt den Sinn des starken Ausbaus der Offshore-Windenergie im Norden in Frage. Schon jetzt könne man die Strommenge nicht mehr transportieren, so der Energieexperte des Verbandes, Holger Krawinkel, in einem Gespräch mit der "Neuen Osnabrücker Zeitung" (Freitagausgabe).

Netzausbau© Günter Menzl / Fotolia.com

Osnabrück/Radolfzell (dapd/red) - "Vielmehr sollten Bayern, Hessen und Baden-Württemberg den Windenergie-Anlagenbau mit allem Nachdruck forcieren", sagte er angesichts der jüngst bekannt gewordenen Stromhilfe aus Österreich. Die drei Länder bräuchten Energie aus dieser Erzeugungsart und hätten selbst genügend Potenzial für Windenergie.

Kürzlich gab der Übergangsnetzbetreiber Tennet bekannt, dass Anfang Dezember ein österreichisches Ölkraftwerk zur Unterstützung der deutschen Stromversorgung herangezogen worden ist. In Norddeutschland habe man zwar hohe Einspeisungen an Windenergie erwartet, aber man habe die Netze der Nord-Süd-Verbindung nicht überlasten wollen.

Kretschmann: An neuen Windrädern führt kein Weg vorbei

Auch nach Darstellung von Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) kommt die geplante Energiewende nicht ohne zusätzliche Windkraftanlagen aus. "Es führt kein Weg daran vorbei, die Landschaft in diesem Sinne zu verschandeln", sagte Kretschmann am Freitag bei den Naturschutztagen in Radolfzell. Bis 2020 sollen in Baden-Württemberg 1.000 neue Windkrafträder entstehen. Dagegen regt sich regional oft Widerstand. Grundsätzlich will Deutschlands erster grüner Ministerpräsident den Naturschutz vom Rand ins Zentrum der Politik rücken.