In Nordrhein-Westfalen

Verbraucherzentrale will für Klarheit bei Gaspreiserhöhungen sorgen

Mit einem Musterverfahren will die Verbraucherzentrale NRW für mehr Transparenz bei der Anhebung von Gaspreisen sorgen. Im Sommer will sie deshalb gegen RWE Westfalen Weser Ems klagen und prüfen lassen, ob bei den Preiserhöhungen seit 2003 immer rechtlich korrekt vorgegangen worden sei.

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Düsseldorf (ddp-nrw/sm) - Wie die Verbraucherzentrale heute anlässlich der Vorstellung ihrer Jahresbilanz 2005 in Düsseldorf weiter mitteilte, können die Kunden, die die erhöhten Preise nur unter Vorbehalt gezahlt haben, bei einem Sieg vor Gericht auf Rückzahlung von einigen hundert Euro hoffen.

Die Verbraucherzentrale will vom Gericht prüfen lassen, ob der Gasversorger bei seinen seit 2003 verlangten Preiserhöhungen immer rechtlich korrekt vorgegangen ist. Bislang wurden Verträge und Verbrauchsabrechnungen von mehr als zwei Dutzend RWE-Gaskunden gecheckt. "In keinem Fall haben wir Preisänderungsklauseln gefunden", kritisierte der Jurist der Verbraucherzentrale, Jürgen Schröder. Für eine Anhebung der Preise hätte das Unternehmen nach Ansicht der Verbraucherzentrale aber plausible Preisanpassungsklauseln liefern müssen.

Mit der Musterklage will die Verbraucherzentrale nun prüfen lassen, ob der Gasversorger die Preiserhöhungen allein mit allgemeinen Rechtsverordnungen begründen darf. Sollten die Kunden Recht bekommen und Geld zurückerhalten, könnten sich die Beträge auf bis zu 500 Euro summieren, betonte Schröder. Derzeit sammeln die Verbraucherschützer noch weitere Fälle von Gaskunden.