Unnötig teuer

Verbraucherzentrale: Wettbewerb auf Gassektor funktioniert nicht

Der Energieexperte des Verbraucherzentrale Bundesverbandes, Holger Krawinkel, hält die Gaspreise für unnötig hoch. Der Trend zu teurerem Gas könne abgemildert werden, sagte Krawinkel den "Ruhr Nachrichten". Statt Gas zu verheizen, solle mehr Abwärme aus Kraftwerken genutzt werden.

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Dortmund (ddp/sm) - "Der Wettbewerb funktioniert nicht ausreichend, und die Netzentgelte haben zum Teil ein zu hohes Niveau. Hier gibt es in Deutschland Preisunterschiede von bis zu 40 Prozent - das ist nicht gerechtfertigt. Hier werden überteuerte Preise verlangt", so Krawinkel.

Das "Grundproblem" mit der Energiequelle Gas sei aber ein anderes: "Wir verwenden Erdgas für Zwecke, für die es viel zu wertvoll ist. Mit diesem Energieträger können 1000 Grad Celsius Prozessenergie erzeugt werden - wir nutzen ihn jedoch, um Räume auf 20 Grad zu heizen", sagte Krawinkel dem Blatt. "Das ist Energieverschwendung, und die schlägt sich im Preis nieder."

Letztlich müsse man daher weg vom Gas: "Ein so wertvoller und teurer Energieträger darf nicht länger verheizt werden. Die Bundesregierung sollte massiv den Ausbau von Fernwärme, also die Nutzung von Abwärme aus Kraftwerken, betreiben", forderte Krawinkel. Zusätzlich müsse der Staat die Sanierung alter Gebäude fördern: "Es geht dabei um Investitionen von 500 Milliarden Euro in den nächsten 20 Jahren", sagte der Energieexperte.