Intransparent

Verbraucherzentrale RLP kritisiert Preispolitik von Entega

Die Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz bezeichnet das Vorgehen der Entega bezüglich ihrer kürzlich angekündigten Preiserhöhung als verbraucherunfreundlich und intransparent. Oft sei den Kunden nicht klar, dass sie automatisch in ein neues Vertragsmodell gestuft werden.

Stromtarife© Andre Bonn / Fotolia.com

Mainz (red) - Entega habe seine "Clever-Strom"-Kunden Mitte November über eine "Preisanpassung" zum 1. Januar 2008 informiert und auf das beigefügte Preisblatt verwiesen. Gleichzeitig habe das Unternehmen "als Geschenk" angekündigt, künftig Ökostrom ohne Aufpreis und mit einem Jahr Preisgarantie zu liefern, wenn die Kunden nicht bis zum 19.12. 2007 widersprechen.

Hans Weinreuter, Energiereferent der Verbraucherzentrale, sieht darin einen Verstoß gegen einfache Rechtsgrundsätze. Auch wenn das neue Angebot mit Preisgarantie und Ökostrom Vorteile bringen mag, "Vertragsänderungen bedürfen der aktiven Zustimmung beider Seiten", so der Experte.

Zahlreiche Anfragen bei der Verbraucherzentrale hätten gezeigt, dass der Entega-Brief für Verwirrung gesorgt habe. Zwar sei den meisten Kunden klar, dass eine Preiserhöhung auf sie zukommt. Unklar sei jedoch, dass sie automatisch in ein neues Vertragsmodell mit einer Laufzeit bis 31.12.2008 eingestuft werden, wenn sie nicht widersprechen. Zudem musste Entega auf Anfrage eingestehen, dass wohl ein Teil der Kunden eine fehlerhafte Preisübersicht bekommen hat, in der das neue Ökostromangebot fehlt.

Die Verbraucherzentrale fordert den Versorger auf, Klarheit zu schaffen. Ein Vertrag kommt nur zustande, wenn beide Seiten diesem Vertrag aktiv zustimmen. Durch Aushändigung der AGB müssen die Laufzeit des Vertrages sowie die Kündigungsfristen klar werden. Wenn unvollständige Preisblätter verschickt wurden, müsse dies durch eine erneute Information korrigiert werden.