Nach Gerichtsurteil

Verbraucherzentrale rät zum Widerspruch gegen Gaspreiserhöhungen

Die Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen rät Gas- und Stromkunden zum offensiven Widerspruch gegen Preiserhöhungen. Nach dem jüngsten Grundsatzurteil des Bundesgerichtshofes (BGH) sei dies für Kunden die einzige Möglichkeit, sich gegen steigende Preise zu wehren, so die Verbraucherzentrale.

Stromtarife© Andre Bonn / Fotolia.com

Düsseldorf (ddp/sm) - Der Bundesgerichtshof (BGH) hatte am Mittwoch entschieden, dass Verbraucher Gaspreiserhöhungen grundsätzlich gerichtlich auf ihre Angemessenheit überprüfen lassen können. Voraussetzung sei, dass der Kunde die Erhöhung spätestens nach der Jahresrechnung beanstandet habe. Vorsorglich sollten Kunden daher gegen jede Preiserhöhung Widerspruch einlegen und die Erhöhung entweder unter Vorbehalt zahlen oder sich an den alten Preis halten, riet der Vorstand der Verbraucherzentrale NRW, Klaus Müller. Weil sich die BGH-Entscheidung auch auf den Strommarkt auswirke, gelte das ebenso für die zu erwartenden Strompreiserhöhungen zum 1. Juli.

Der BGH hatte in seinem Urteil auch deutlich gemacht, dass Preiserhöhungen kaum wirksam angefochten werden könnten, wenn der Energieversorger damit nur seine gestiegenen Bezugskosten an die Kunden weitergebe. "Aus Verbrauchersicht müssen Versorger aber mehr tun als die bloße Weitergabe gestiegener Bezugskosten nur zu behaupten", kritisierte Müller. "Vielmehr müssen Kunden hierfür nachprüfbare Unterlagen an die Hand bekommen", forderte er.