Hohe Strompreise

Verbraucherzentrale rät zu Strompreisvergleich

Die Strompreise in Sachsen sind nach Einschätzung der Verbraucherzentrale zu hoch. Im bundesweiten Vergleich der günstigsten Anbieter belegten die sächsischen Energieversorger im Grundversorgungstarif mittlere und hintere Plätze. Würde man Versorger mit Boni und Vorkasse einbeziehen, schnitte Sachsen noch schlechter ab.

Stromnetz Ausbau© Gina Sanders / Fotolia.com

Leipzig (ddp/red) - Das sagte der Energieexperte Roland Pause von der Sächsischen Verbraucherzentrale am Mittwoch in Leipzig. Die Stadtwerke Dresden kommen demnach auf Platz 30, die Stadtwerke Chemnitz auf Rang 71 und die Leipziger Stadtwerke auf Platz 87. Die Ränge bzw. Strompreise beziehen sich laut Pause auf Zahlen des Verbraucherportals Verivox.

"Dabei haben wir bei den bundesweiten Versorgern diejenigen nicht einbezogen, die auf Vorkasse bestehen, eine Kaution verlangen oder einen einmaligen Bonus gewähren", sagte der Energieexperte. Ansonsten hätten die sächsischen Anbieter noch schlechter abgeschnitten. Energieversorger in Bautzen, Plauen und Zwickau seien für Kunden noch teurer.

Seit Mitte Mai beobachtet die Verbraucherzentrale nach eigenen Angaben die Strompreise in zehn Städten Sachsens. Dabei hätten sich die Stadtwerke Chemnitz und Dresden im bundesweiten Vergleich leicht verbessert. Leipzig sei dagegen vom 84. auf den 87. Rang abgerutscht.

Nach Einschätzung von Pause ist im Freistaat die Bereitschaft, zu einem anderen Stromanbieter zu wechseln, nicht "sonderlich stark ausgeprägt". Der Großteil der sächsischen Haushalte beziehe nach wie vor den Grundversorgungstarif. "Dieser ist der teuerste und ermöglicht beim Wechsel des Stromversorgers erhebliche Einsparungen", sagte Pause.

Die Verbraucherschützer raten zum Strompreisvergleich. Dadurch könnten jährlich bis zu 200 Euro gespart werden.